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Düsseldorf/Krefeld
Polizist erschießt seinen beißenden Diensthund

Düsseldorf/Krefeld. Nach einem Einsatz der Düsseldorfer Polizei-Hundestaffel hat einer der belgischen Schäferhunde seinen Hundeführer angegriffen und sich dabei so in sein Bein verbissen, dass der Beamte zur Waffe griff und das Tier erschoss. Von Stefani Geilhausen

Der Beamte sei ein erfahrener Hundeführer, auch der Malinois sei ein routinierter Polizeihund, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Polizei. Als Team hätten die beiden schon viele Einsätze absolviert, nie habe es Auffälligkeiten gegeben.

Beamte der Hundestaffel wollten sich gestern nicht zu dem dramatischen Vorfall äußern - vor allem, weil jedem dort nahegeht, was geschehen ist. "Etwas Derartiges ist in der Geschichte unserer Hundestaffel nie vorgekommen", so der Polizeisprecher.

Die Suchhunde waren in der Nacht zu gestern nahe der Autobahn bei Krefeld im Einsatz. Die Düsseldorfer Polizei hatte dorthin drei Autodiebe verfolgt. Zwei waren festgenommen worden, ein dritter im Bereich des Rastplatzes Geismühle zu Fuß geflüchtet. Als er nach Stunden und auch mit Hilfe eines Hubschraubers nicht gefunden wurde, war die Suche abgebrochen worden.

Mehr als eine Stunde nach Ende des Einsatzes hatte der Hundeführer seinen Malinois noch einmal aus der Box im Auto geholt, um mit ihm eine Runde zu gehen. Das sei üblich, auch, um die Tiere zu beruhigen. Doch in dieser Nacht habe der Hund unvermittelt und ohne jeden erkennbaren Anlass seinen Herrn angegriffen. "Wir haben dafür keine Erklärung", sagte der Polizeisprecher.

In der Düsseldorfer Staffel bilden die Hundeführer ihre vierbeinigen Partner in der Regel vom Welpenalter an selbst aus. Die meisten behalten die Tiere auch nach deren Ausscheiden aus dem Dienst, die Polizeihunde genießen Familienanschluss. Die belgische Schäferhund-rasse Malinois wird bei der Polizei bevorzugt eingesetzt. Weil die Hunde einen extrem ausdauernden Spieltrieb haben, zudem sehr intelligent und nervenstark sind, gelten sie als ideale Diensthunde, die ihren Bezugspersonen gegenüber zugleich hochsensibel sind. Warum ein Hund in einer so engen und klar definierten Beziehung zu seinem Herrn derart ausbricht, könnte banale Ursachen haben, sagt Tiertrainer Dirk Lenzen: "Vielleicht hatte er Zahnschmerzen - die können ein Tier unberechenbar machen."

Quelle: RP
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