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Düsseldorf
Polizist soll Frau geschlagen haben

Düsseldorf. Der Beamte soll der 41 Jahre alten Autofahrerin die Nase gebrochen haben.

Per Faustschlag soll ein Motorradpolizist (55) einer Autofahrerin (41) vor zwei Jahren in Benrath die Nase gebrochen haben. Über diese Anklage gegen den Kradfahrer hat gestern das Amtsgericht verhandelt, doch zum Urteil kam es nicht. Der Polizist, dem Körperverletzung und eine falsche Widerstands-Anzeige gegen die Frau vorgeworfen werden, schilderte den Vorfall anders. Demnach habe die Frau ihn nach einer Verkehrskontrolle am Wegfahren gehindert, ihn samt Polizeimotorrad fast umgerissen. Nur durch einen Befreiungs-Schlag habe er sich von der tobenden Verkehrssünderin losreißen können.

Der angeklagte Beamte, seit 39 Jahren im Polizeidienst, war an dem Oktoberabend 2014 mit seinem Latein am Ende. Als er die Frau im Auto anhielt, die in verkehrter Richtung in eine Einbahnstraße fuhr, ihr 20 Euro als Verwarngeld anbot, habe die Frau "in den Kleinkind-Modus" gewechselt. "Sie hat rumgebrüllt, war völlig abgedreht, hysterisch, hat in jeder Hinsicht skurril reagiert."

Als der Beamte die Diskussion über das Verwarngeld abbrechen, mit seinem 250-Kilo-Motorrad wegfahren und der 41-Jährigen später eine Anzeige schreiben wollte, habe die Frau ihn aber kurz vor dem Losfahren attackiert, als er schon auf der schweren Maschine saß. "Ich war in einer angreifbaren, verletzbaren Position, sie hat mich fast heruntergezogen, ich war in Gefahr, das Gleichgewicht zu verlieren und umzukippen. Ich konnte mir nicht mehr anders helfen." Also habe er mit flacher Hand und gepolstertem Handschuh nach dem Kopf der angeblich tobenden Frau geschlagen.

Ob er ihr dabei die Nase gebrochen hat, habe er nicht erkennen können. Sicher ist: Die Frau, die mit dem Auto damals ihren kleinen Sohn und dessen Freund von einem Kindergeburtstag abgeholt hatte und in verkehrter Richtung in jener Straße unterwegs war, rief andere Polizisten zu Hilfe, zeigte den Kradfahrer an. Zufällig hatte aber ein Rechtsanwalt aus seinem Fenster die ganze Szene beobachtet. Er bestätigte die Version des Polizisten im Kern, nannte das damalige Auftreten der Autofahrerin ebenfalls "skurril": "Auf jeden Fall war sie neben der Spur!"

Die Frau beteuerte dagegen, sie sei enttäuscht gewesen, "wie der Polizist mir entgegentrat", habe klären wollen, ob die Schilder der Einbahnstraße (wegen einer Baustelle) bereits gültig waren. Als der Beamte dann aber zuschlug, habe sie "wahnsinnige Angst" bekommen, sei zu den wartenden Kindern ins Auto zurückgekehrt, habe andere Beamte alarmiert. Da die Richterin noch einen Zeugen hören will, geht der Prozess am 19. Juli weiter.

(wuk)
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