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Düsseldorf
Posten für Noch-DMT-Chefin geschaffen

Düsseldorf: Posten für Noch-DMT-Chefin geschaffen
Eva-Maria Illigen-Günther soll die Kapitalerhöhung der städtischen Wohnungsgesellschaft SWD umsetzen. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Eva-Maria Illigen-Günther soll in den Vorstand der städtischen Wohnungsgesellschaft SWD wechseln und 150.000 Euro verdienen. Die Stelle wird neu geschaffen. Die Stadtsparkasse prüft den Verkauf ihrer Anteile an der SWD. Von Thorsten Breitkopf und Denisa Richters

Die bisherige Chefin der Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH, Eva-Maria Illigen-Günther, soll als kaufmännischer Vorstand zur Städtischen Wohnungsgesellschaft Düsseldorf AG (SWD) wechseln. Es wäre dann neben dem bisherigen Alleinvorstand Jürgen Heddergott ein neuer beziehungsweise reaktivierter Vorstandsposten. Heddergott soll Vorstandssprecher bleiben, Illigen-Günther soll die Finanzen verantworten. Ihr Jahreseinkommen soll den Informationen zufolge alles in allem wie bisher als DMT-Chefin bei rund 150.000 Euro liegen.

Eine zweiten Vorstand soll es bei der SWD früher gegeben haben, seit mindestens zehn Jahren jedoch nicht mehr. Damit hätte die neue Stadtregierung unter Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) erneut eine kostspielige zusätzliche Stelle geschaffen, um eine andere neu besetzen zu können: Als eine seiner ersten Personalentscheidungen im Amt hatte Geisel 2014 für seine Parteifreundin Gudrun Hock eine zusätzliche Geschäftsführerstelle bei der Stadttochter Düsseldorf Congress Sport & Events (DCSE) geschaffen. Ins Amt der Bürgermeisterin folgte Klaudia Zepuntke (SPD). Auch Hock soll nun auf ein Jahreseinkommen von etwa 150.000 Euro kommen. Oberbürgermeister Geisels Versprechen, sie werde ihr Gehalt über zusätzliche Einnahmen der Gesellschaft wieder einspielen, hat sich bisher nicht erfüllt.

Illigen-Günthers Aufgabe dürfte es sein, die Kapitalerhöhung der SWD umzusetzen. Die Stadt plant, diese dadurch zu realisieren, dass sie ihre eigenen Immobilien in die SWD einbringt. Doch an der ist die Stadtsparkasse mit knapp 26 Prozent beteiligt. Um den Anteil nicht zu verwässern, müsste die Bank also Eigenkapital in die SWD einlegen. Das lehnt der Vorstand ab. Macht sie dies nicht, verliert sie Vermögen, was die Bank nicht hinnehmen darf.

Daher wurde der Plan entwickelt, die Anteile der Stadtsparkasse an die Stadt zu verkaufen. Doch nun hat der Vorstand einen dritten Weg geprüft. Er hat den Anteil an der SWD zum Verkauf ausgeschrieben. In der Ausschreibung heißt es: "Die Stadtsparkasse befindet sich derzeit in Abstimmung mit der Stadt in grundsätzlichen Überlegungen zu einem Verkauf ihrer Anteile. Ein solcher Verkauf wäre von der Hauptversammlung der SWD zu genehmigen. Schriftliche Interessenbekundungen über einen Erwerb ihrer Aktien wird die Stadtsparkasse im Verkaufsprozess berücksichtigen." Laut einer Sprecherin des Oberbürgermeisters ist diese Ausschreibung ein ganz üblicher Vorgang.

Gestern ist die Angebotsfrist abgelaufen. Laut Insidern gibt es mehrere private Investoren, die sich für eine Übernahme interessieren. Ein Kaufpreis ist noch nicht bekannt. Der Buchwert liegt bei sechs Millionen Euro. Die SWD besitzt 7500 Wohnungen. Der auf die Sparkasse entfallende Anteil, fast 2000 Wohnungen, dürfte aber ein Vielfaches dieser Summe wert sein. Nun ist unklar, wie sich die Stadt, die mit 74 Prozent eine Mehrheit der SWD hält, entscheidet. Wenn die Sparkasse auf dem Standpunkt steht, nur dem Höchstbietenden den Zuschlag zu erteilen, könnte es für die Stadt teuer werden. Andernfalls hat sie stets einen privaten Investor mit am Tisch sitzen, wenn es um die Planung von sozialem Wohnungsbau in Düsseldorf geht.

Quelle: RP
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