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Düsseldorf
Prachtvolle Schützenparade im Hofgarten

Prachtvolle Schützenparade im Düsseldorfer Hofgarten
Düsseldorf. Die Schützen bestimmten am Wochenende das Straßenbild der Innenstadt. Bei festlichen Umzügen begeisterten sie die Zuschauer. Der Nachwuchs mischte eifrig mit. Von Julia Brabeck und Andreas Bretz (Fotos)

Der 68-jährige Norbert Bünte aus Garath hatte sich gestern frühzeitig an der Reitallee im Hofgarten eingefunden, um sich einen guten Platz bei der feierlichen Parade des St. Sebastianus Schützenvereins von 1316 zu sichern. "Die schaue ich mir eigentlich jedes Jahr an. Ich mag die festliche Stimmung, die Musik und finde es wichtig, dass solche Traditionen gepflegt werden." Zudem könnte er bei der Parade viel über die Vereine erfahren, da diese ja von einem Moderator vorgestellt würden. Diese Rolle hat seit vielen Jahren Jürgen Hilger-Höltgen übernommen, der mit Sachverstand und Witz den Festzug kommentierte.

Eindrücke vom historischem Festumzug der Schützen FOTO: Bretz, Andreas

Bereits zum 36. Mal läutete Schützenoberst Günther Pannenbecker hoch zu Ross die Parade ein und meldete Schützenchef Lothar Inden, dass das Regiment vollzählig angetreten sei. Nachdem eine vierspännige prächtige Kutsche das Regimentskönigspaar Heiko Legner mit Christine vorgefahren hatte, präsentierten sich dort rund 2000 Schützen, darunter 29 Kapellen mit 700 Musikern und 100 Pferden.

Bereits am Samstag waren diese zu der Investitur des Schützenkönigs durch die Straßen der Innenstadt bis zum Rathaus gezogen. Sehr zur Freude auch vieler Touristen, die das Schauspiel begeistert fotografierten und filmten. Zahlreiche Zuschauer verfolgten aber auch die gestrige Parade vom Rand der Allee und der Tribüne aus. Unter den Ehrengästen aus Politik, Verwaltung und Brauchtum waren auch Oberbürgermeister Thomas Geisel, Weihbischof Rolf Steinhäuser, Ehrenmitglied des St. Sebastianus Schützenvereins, der Düsseldorfer Stadtdechant Ulrich Hennes und Düsseldorfs Polizeipräsident Norbert Wesseler.

Den Anfang des abwechslungsreichen Spektakels machten sechs Herolde hoch zu Ross. Einer der Höhepunkt war zudem der Auftritt von Jan Wellem und seiner Frau Anna Maria de Medici auf Pferden samt Gefolge. Eine besonders prächtige Gruppe bildeten die 1. Grenadiere von 1842, die in diesem Jahr ihr 175-jähriges Bestehen feiern. Deshalb schritten sieben Damen stilecht in Biedermeierkostümen und mit Strohhüten über die Allee, gefolgt von den Grenadieren im eleganten schwarzen Gehrock zur weißen Hose und mit einer roten Nelke im Revers.

Dieses Outfit trug auch der fünfjährige Jeremias, der den ganzen, rund zwölf Kilometer langen Festzug-Weg gelaufen war. Er war in Begleitung seines Opas Siegfried Dohmen, der sichtlich stolz war, dass das Schützenwesen in seiner Familie nun schon die dritte Generation begeistert.

Keine Nachwuchsprobleme haben auch die 10. Grenadiere, wie Thomas Pesch erklärt. Er hatte seinen dreijährigen Enkel Tobias in die Parade eingeschleust. "Der ganze Zugweg ist einfach noch zu lang, aber es ist schön zu sehen, dass die Tradition weitergegeben wird."

Ganz ohne familiäre Vorprägung ist der zwölfjährige Justin zu den Schützen gekommen. Seit vier Jahren ist er bereits Mitglied beim Tambour Korps Unterrath. "Ich habe die gesehen und wollte gerne mitmachen und habe dafür extra Querflöte gelernt", sagt der Schüler. Seine Begeisterung hat inzwischen auch Bruder Marvin angesteckt,der beim Korps Lyra spielt, und Cousin Leon, der die Trommel schlägt. "Marschieren und musizieren macht einfach Spaß", sagt Justin, der bei rund zehn Schützenumzügen im Jahr mitläuft.

"Voll schön, weil man uns so zujubelt" findet das Marschieren auch Julia-Sophia. Die Sechsjährige war mit Schwester Hanna (4) und ihrem Freund Manuel (5) den ganzen Zugweg mitgelaufen. Von Müdigkeit war bei dem Trio allerdings gar nichts zu spüren. Die Kinder, die alle aus Schützenfamilien stammen, stürmten nach der Parade den Spielplatz im Hofgarten. "Und gleich geht es auf die Kirmes", jubelt Hanna.

Quelle: RP
 
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