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Wohnraummangel
Warum Düsseldorfer vergeblich auf günstige Eigentumswohnungen warten

Preiswerte Eigentum in Düsseldorf: Neue Obergrenze beschlossen
An vielen Stellen in Düsseldorf werden Eigentumswohnungen gebaut - allerdings oft zu sehr hohen Preisen. Die Politik möchte Bauherren zu Einheiten mit Preisgrenze verpflichten. FOTO: Thinkstock
Düsseldorf. In Düsseldorf sollten in den vergangenen Jahren preiswerte Eigentumswohnungen geschaffen werden. So steht es im Handlungskonzept Wohnen. Seit 2013 entstand jedoch keine einzige dieser Wohnungen. Warum ist das so? Fragen und Antworten. Von Thorsten Breitkopf

Was regelt das Handlungskonzept Wohnen?

Im Juni 2013 einigten sich die Fraktionen von CDU, FDP und Grünen auf das Handlungskonzept Wohnen (HKW). Es sollte den krassen Wohnungsmangel in Düsseldorf bekämpfen und regelt über Quoten, dass neben den frei finanzierten Wohnungen auch Sozialwohnungen und preisgedämpfte Wohnungen entstehen sollen.

Wie sehen die Quoten aus?

Galt zunächst die recht starre Quote von 20 Prozent Sozialwohnungen und 20 Prozent preisgedämpften Wohnungen je Projekt, wurde bei einer Anpassung im Jahr 2016 eine Flexibilisierung beschlossen. So lauten die Quoten nun 20 bis 30 Prozent geförderter Wohnraum und 10 bis 20 Prozent preisgedämpfter Wohnraum je Projekt.

Gibt es auch eine Regelung für preiswertes Eigentum?

Ja, und genau das ist gerade der Knackpunkt. Für die preisgedämpfte Nettokaltmiete im HKW wurde ein Wert von 9,60 Euro pro Quadratmeter im Monat als Obergrenze festgesetzt. Im Anschluss wurde analog dazu festgelegt, wie hoch der Verkaufspreis für eine preisgedämpfte Wohnung im Eigentumssegment sein muss. Man einigte sich 2013 auf eine Obergrenze von 2500 Euro je Quadratmeter inklusive Stellplatz. Ein Gutachten des Büros "Quaestio Forschung und Beratung" kam im Jahr zu einem Verkaufspreis in der Spanne zwischen 2450 und 2950 Euro je Quadratmeter als flexibler Obergrenze.

Welche Wirkung hat diese Regelung für Eigentum gezeigt?

Leider gar keine. Zwischen 2013 und heute ist in Düsseldorf keine einzige Eigentumswohnung im Segment des preisgedämpften Wohnens entstanden.

Woran liegt das?

Laut Johann Fliescher, Vorsitzender des Vermietervereins Haus & Grund, ist der Wert für Düsseldorfer Verhältnisse viel zu niedrig angesetzt. "Allein die Baukosten liegen hier bei 3000 Euro, da ist das Grundstück noch gar nicht drin", sagt Fliescher.

Welche Nachteile ergeben sich aus den Obergrenzen?

Laut Fliescher muss der Bauträger die übrigen Wohnungen bei einem Projekt mit preisgedämpften Einheiten dann teurer machen, was die Wohnungen unattraktiver macht. "Projekte könnten dadurch scheitern", warnt Fliescher. Außerdem würden niedrige Zinsen die Preise treiben, die Energievorschriften erhöhten die Baukosten.

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Was beantragt die CDU/ die Stadtverwaltung?

Das Amt für Wohnungswesen, Vertreter der Wohnungswirtschaft und der Stadtsparkasse haben neue Berechnungen aufgestellt und anhand einer "Musterfamilie" (siehe Info-Kasten) die mögliche Belastbarkeit bezüglich des Kaufs einer Eigentumswohnung aufgestellt. Auf dieser Grundlage ermittelten sie einen Preis von 3400 Euro je Quadratmeter beim preisgedämpften Eigentumswohnungsbau. Dieser Antrag wurde am Montag abgelehnt. Stattdessen wurde gegen die Stimmen der CDU im Ausschuss für Wohnungswesen eine Obergrenze von 2950 Euro beschlossen. Nun müssen drei weitere Ausschüsse entscheiden, heute der Wirtschaftsförderungsausschuss.

Quelle: RP
 
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