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Düsseldorf
Presbyter entscheiden in der Gemeinde mit

Düsseldorf: Presbyter entscheiden in der Gemeinde mit
Seit 16 Jahren engagiert sich Heike Rohland-Pfitzer (l.), hier im Gespräch mit Irmgard Rautenberg, im Presbyterium der evangelischen Kreuz-Kirchengemeinde, die nun zur Kirchengemeinde Düsseldorf-Mitte gehört. FOTO: David Young
Düsseldorf. Heike Rohland-Pfitzer ist als Presbyterin an vielen Beschlüssen beteiligt, die das Gesicht der Kirchengemeinde prägen. Von Julia Brabeck

"Aufkreuzen" war in den evangelischen Kirchengemeinden im Rheinland am 14. Februar angesagt. Denn unter diesem Motto standen die Presbyteriumswahlen. Alle vier Jahre - immer im Jahr der Olympischen Sommerspiele - werden die Leitungen der Gemeinden neu gewählt. Einige Kirchengemeinden hatten allerdings dieses Mal die turnusmäßige Wahl um ein Jahr verschoben, da sie eine Fusion vorbereiten oder weil sie nicht genug Kandidaten gewinnen konnten.

Seit 16 Jahren engagiert sich Heike Rohland-Pfitzer bereits im Presbyterium der evangelischen Kreuz-Kirchengemeinde, die nun zur Kirchengemeinde Düsseldorf-Mitte zählt. Sie wurde jetzt für eine weitere Amtszeit wiedergewählt. Zusammen mit den anderen Presbytern und den Pfarrern legt sie die Prioritäten und Aufgaben für die Gemeinde fest und entscheidet mit diesen über die Finanzen und das Personal. Auch in geistlicher Hinsicht verleiht das Presbyterium der Gemeinde ein Gesicht. So entscheidet es etwa über die Gottesdienstordnung. "Ich will Verantwortung übernehmen, das Gemeindeleben mitgestalten und eigene Ideen einbringen", sagt die Derendorferin.

Zu dem Ehrenamt ist sie über ihre beiden Kinder gekommen. "Ich habe mich damals in dem Kindergarten der Kreuz-Kirchengemeinde in der Elternpflegschaft engagiert und darüber die anderen Angebote der Gemeinde kennengelernt", sagt die 59-Jährige. Seitdem hat sie in vielen Ausschüssen des Presbyteriums, wie dem Kita-, dem Finanz- und dem Diakonieausschuss, mitgearbeitet. "Wenn wir dort Entscheidungen treffen, ist es mir wichtig, dabei immer das Wohl der Menschen, für die wir Verantwortung übernommen haben, im Blick zu behalten", sagt Rohland-Pfitzer. Schließlich leite man ja ein christliches und nicht irgendein Unternehmen. Das bedeute eine große Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. "Das Gute an der Presbyteriumsarbeit ist aber, dass wir Entscheidungen gemeinsam treffen und wir Presbyter dabei auf Augenhöhe mit den Pfarrern und den hauptamtlichen Mitarbeitern agieren."

Überhaupt legt Heike Rohland-Pfitzer Wert auf Austausch. Deshalb hat sie beispielsweise initiiert, dass die Gemeindeglieder nach dem Besuch des Gottesdienstes in der Kirche noch gemeinsam Kaffee trinken können.

"Die christlichen Werte Toleranz, Respekt und Nächstenliebe sind mir sehr wichtig und ich möchte, dass diese in die Arbeit einfließen", sagt sie. Ein weiteres Ziel ist, dass die neue Gemeinde zusammen wächst, denn am 1. Januar sind die Kreuz-, die Johannes- und die Zions-Kirchengemeinde fusioniert. "Die neue große Gemeinde muss trotzdem eine Heimat für ihre Mitglieder bieten, in der sich diese aufgehoben und wahrgenommen fühlen."

Vier Jahre dauert die Amtszeit der Presbyter. "Mir macht dieses Ehrenamt viel Spaß. Deshalb kann ich mir vorstellen, mich wieder als Kandidatin aufstellen zu lassen. Und ich kann nur jeden ermutigen, auch diesen Schritt zu machen", sagt Heike Rohland-Pfitzer. Zwar sei das Ehrenamt zeitintensiv, und ohne die Unterstützung durch ihren Ehemann gehe es nicht. "Aber dafür kann man viel bewegen."

Quelle: RP
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