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Düsseldorf
Projekt "Altenpflegebrücke": Senioren skypen mit Israel

Düsseldorf. Auch Menschen im Alten- und Pflegeheim können sich an dem Austausch, den eine Städtepartnerschaft bietet, beteiligen. Das haben Düsseldorf und Haifa nun unter Beweis gestellt. Möglich macht es die Technik: Per Skype tauschen sich die Bewohner im Nelly-Sachs-Haus in Stockum mit den Bewohnern im Seniorenheim Rishonei HaCarmel in Haifa aus. Von Sonja Schmitz

Aber auch die Mitarbeiter und die Leitung der Häuser stehen seit einiger Zeit per Skype in Verbindung. Das bundesweit einmalige Projekt nennt sich "Altenpflegebrücke" und wurde beim fünftägigen Israel-Besuch von Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) im März angestoßen. Gestern brachte er von der israelischen Einrichtung eine Urkunde mit und überreichte sie Bert Römgens, der das Nelly-Sachs-Haus leitet.

"In Haifa lebt eine große deutsche Kolonie. Einige der Bewohner dort haben beim Skypen nach langen Jahren wieder einmal deutsch gesprochen", berichtet Römgens, der bereits selbst in Haifa zu Besuch in Rishonei HaCarmel war. Umgekehrt wohnen im Nelly-Sachs-Haus auch ältere Menschen, die in Haifa gelebt haben. "So gab es eine gemeinsame Basis für den Austausch", sagt Römgens. Aber auch ganz alltägliche Fragen, wie das Essen und das Leben in den beiden Städten und Einrichtungen, waren bislang Gesprächsthemen.

Von den Mitarbeitern in Düsseldorf sprechen zwar nur wenige hebräisch, viele aber englisch und noch mehr russisch. Bei den Gesprächen mit seiner Kollegin, die das israelische Seniorenheim leitet, hat Römgens einige Unterschiede und weitaus mehr Gemeinsamkeiten festgestellt: Arbeitskräftemangel in der Pflege ist auf beiden Seiten ein Thema. Ein Unterschied zu Deutschland: Beim Qualitätsmanagement in Israel wirkt sich die Bewertung auf das Budget aus. Doch beim Skypen ist dies nur ein Thema. "So ein Austausch macht auch einfach Spaß", sagt Römgens. Er bestätigt damit das Credo von Oberbürgermeister Thomas Geisel: "Eine Städtepartnerschaft lebt vor allem von der Freundschaft zwischen Menschen."

Bei einer Führung durch das Haus begrüßte Geisel auch den Besucher Esra Cohn, den ehemaligen Vorstand der jüdischen Gemeinde. Cohn war häufig im Seniorenheim in Haifa zu Besuch. Seine Mutter hatte dort erst gearbeitet und lebte dann als Bewohnerin dort.

Quelle: RP
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