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Düsseldorf
Proteste gegen Fällung im Aaper Wald

Düsseldorf: Proteste gegen Fällung im Aaper Wald
Andrea Vogelgesang (mit Megafon) von der Baumschutzgruppe und zahlreiche interessierte Bürger protestierten im Aaper Wald. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Dem Aufruf der Baumschutzgruppe Düsseldorf, gegen die geplante Abholzung von 440 Bäumen im Aaper Wald zu protestieren, sind am Samstag rund 100 Bürger gefolgt. Die Bäume sollen für die Erneuerung einer rund 2,5 Kilometer langen Gasleitung aus den 1930er Jahren weichen. Von Julia Brabeck

Mit Plakaten mit Aufschriften wie "Bäume sind keine Wegwerfartikel" und "Der Aaper Wald ist unsere grüne Lunge" demonstrierten die Bürger ihren Unmut. Aus Sicht der Ratherin Thea Reuter hätte das Interesse noch größer sein können: " Alle sind empört über die Pläne, aber engagieren sich dann nicht", sagt sie.

Was den Baumschützern zu schaffen macht, ist der Zeitdruck, denn bereits im Januar sollen die Arbeiten starten. Sie gehen davon aus, dass es noch weitere juristische Möglichkeiten gibt - zum Beispiel den Vertrag mit dem Unternehmen Open Grid Europe zu kündigen oder behutsamere Methoden zur Sanierung der Leitung durchzusetzen. Um das herauszufinden, müsste man aber Einsicht in die Gutachten nehmen.

Das würde derzeit aber Bürgern und Politikern verwehrt. "Das ist nicht hinnehmbar. Ich werde weiter Einblick verlangen und mich auf das Informationsfreiheitsgesetz berufen", sagt Rüdiger Gutt, Fraktionschef der CDU. Er ermuntert die Bürger, ebenso zu handeln und durch Schreiben dafür zu sorgen, dass ihr Protest auch ankommt. Die Verwaltung ist für die Genehmigung der Bauarbeiten im Wald zuständig, muss die Politik nicht in die Entscheidung einbeziehen.

Es kann deshalb sein, dass die Genehmigung bereits erteilt wurde oder dies in den nächsten Tagen erfolgt. Dass Ersatzpflanzungen geplant sind, befriedigt die Baumschützer nicht. "Für eine alte Buche sind zur Kompensation über 1000 Setzlinge notwendig", sagt Andrea Vogelgesang von der Baumschutzgruppe. Sie ist enttäuscht, dass sich die großen Umweltorganisationen wie der BUND, die die Möglichkeiten hätten, rechtlich gegen die Baumfällungen vorzugehen, nicht engagieren würden.

Die Baumschutzgruppe hat eine Unterschriftensammlung gestartet, an der sich Bürger unter www.openpetition.de beteiligen können.

Quelle: RP
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