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Prozess gegen Salafistenprediger
Lau-Verteidiger will weiteren Zeugen laden

Fotos: Sven Lau beim Prozessauftakt in Düsseldorf
Fotos: Sven Lau beim Prozessauftakt in Düsseldorf FOTO: dpa, fg pil
Düsseldorf. Der Prozess gegen den Gladbacher Salafistenprediger Sven Lau steht kurz vor dem Abschluss. Doch zum Ende geht es um Details. Die Verteidigung wartete am Mittwoch überraschend mit einem weiteren Zeugen auf, der Lau entlasten soll.  Von Franziska Hein

Wieder und wieder verzögert sich das Urteil im Prozess gegen den Salafistenprediger Sven Lau vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Die Plädoyers sind bereits im Mai gehalten worden. Der Bundesanwalt forderte sechseinhalb Jahre Haft, die Verteidigung einen Freispruch. Doch der Senat öffnete nur wenige Tage später erneut die Beweisaufnahme - auf Antrag von Laus Anwalt Mutlu Günal. 

Am Mittwoch sollte der vorerst letzte Zeuge gehört werden. Er sollte Lau von dem Vorwurf entlasten, einen seiner Anhänger zur Ausreise nach Syrien überredet und ihn an eine terroristische Kampfgruppe vermittelt zu haben. Der Zeuge jedoch schwieg. 

Porträt: Das ist Sven Lau FOTO: Raupold

Stattdessen stellte der Verteidiger am Mittwoch einen weiteren Beweisantrag. Ein möglicher Zeuge habe sich telefonisch bei ihm gemeldet. Bei dem Mann handelt es sich um den ehemaligen Zellengenossen des Kronzeugen Ismail I. aus Stuttgart. I. hatte im Dezember an drei Tagen im Prozess gegen Lau ausgesagt und ihn belastet. I. ist einer der beiden Männer, die Lau für den Kampf in Syrien angeworben und dorthin vermittelt haben soll.

Verteidigung präsentiert Entlastungszeugen

Der neue Zeuge will nun vor Gericht aussagen, dass I. ihm eine andere Geschichte über seine Ausreise nach Syrien erzählt habe. Der Name Lau sei darin nie gefallen. I. sei ein Lügner. Mutlu Günal arbeitet seit Beginn des Prozesses daran, den Kronzeugen möglichst unglaubwürdig zu machen. Er hatte ihn ebenfalls wiederholt einen "Lügner" genannt. Ob der Senat den neuen Zeugen vorlädt, ist noch nicht entschieden.

Wann das Urteil fällt, ist derzeit noch nicht bekannt. Lau wird die Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung in vier Fällen vorgeworfen. In zwei Fällen soll er jungen Männern zur Ausreise verholfen haben, dazu soll er Nachtsichtgeräte für die Kampfgruppe Jamwa (Armee der Auswanderer und Unterstützer) gekauft und einen geringen Geldbetrag nach Syrien gebracht haben. 

Hier lesen Sie einen Überblick, was bisher im Prozess geschah.

 
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