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Düsseldorf
Prozess um falsche Goldbarren endet mit Freispruch

Düsseldorf. Mit einem Freispruch hat das Amtsgericht einen Betrugsprozess um angebliche Goldbarren gestern beendet. Angeklagt war ein 58-jähriger Serientäter, der seit Jahrzehnten vielfach mit Betrügereien und Diebstählen aufgefallen war. Diesmal hatte er im April kleine Goldbarren zu jeweils einer Unze (31,1 Gramm) einem Juwelier im Düsseldorfer Umland zum Kauf angeboten, hatte für einen der Mini-Barren sogar 1000 Euro erhalten. Von Wulf Kannegiesser

Tatsächlich handelte es sich bei den angeblich aus Australien stammenden Barren aber um Fälschungen, die nur dünn vergoldet und mit gefälschten Zertifikaten versehen waren. Ob der Angeklagte das aber wusste, ließ sich nicht restlos aufklären, eine Betrugsabsicht war ihm daher nicht nachzuweisen. Der Angeklagte gab an, er habe das vermeintliche Australien-Gold nämlich bei einem Trödelmarkt-Besuch gekauft, habe dort samt "Zertifikat" für jede Unze je 300 Euro bezahlt.

Wären die Mini-Barren echt gewesen, dann hätte der Handelswert bei rund 1100 Euro gelegen. Die Lebensgefährtin eines Juweliers zahlte dem Angeklagten immerhin tausend Euro in bar für den ersten Barren. Doch als der Angeklagte vier Tage später mit zwei weiteren Barren auftauchte, um sie ebenfalls zu verkaufen, wurde er verhaftet, saß bis gestern dafür in U-Haft. "Ich hab' die für echt gehalten", versicherte er nun dem Amtsrichter. Und die beiden Angestellten im Juweliergeschäft bestätigten, dass der Angeklagte perplex gewesen sei, als er beim zweiten Besuch kein Bargeld bekam, sondern Handschellen.

Dass der angebliche Betrüger selbst von einem Flohmarkthändler betrogen worden sein könnte, war aus Sicht des Richters nicht auszuschließen. Nach dem Freispruch kam der 58-Jährige dann auch direkt aus der U-Haft frei.

Quelle: RP
 
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