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Düsseldorf
Prozess um Leiche im Schlosspark beginnt

Düsseldorf: Prozess um Leiche im Schlosspark beginnt
Hinter einem Hefter und unter einer Kapuze versteckte sich der Angeklagte bei seinem ersten Prozess. FOTO: wuk
Düsseldorf. Ein 43-Jähriger soll vor dreieinhalb Jahren einen Bekannten gefoltert, getötet und die Leiche in Eller vergraben haben. Auf das Schwurgericht kommt ein langer Prozess zu. Von Wulf Kannegiesser

Der einzige Geburtstagsgast brachte keine Geschenke, sondern den Tod. Im April 2012 soll ein Besucher (43) einen Krefelder Bekannten in dessen Wohnung gefesselt, gefoltert und getötet haben. Als "Schlosspark-Mord" wurde das Verbrechen erst Monate danach bekannt, als ein Hund Leichenteile im Schlosspark Eller entdeckte. Der mutmaßliche Mörder saß damals bereits in Haft, weil er im August 2012 ein Makler-Paar in Benrath durch Messerstiche fast getötet hätte. Dafür verbüßt er nun zehn Jahre Haft. Ab Freitag (21. August, 9.30 Uhr, Saal E.122) rollt das Schwurgericht jetzt auch den Tod bei der Krefelder Geburtstagsfeier auf.

Schwerer Raubüberfall in Benrath FOTO: Berger

Frühmorgens hatte der Angeklagte einen Makler (57) in Benrath abgepasst, war ihm in dessen Auto gefolgt, hatte sein Opfer gefesselt, durch Messerstiche verletzt. Als dessen Frau den Kampf der Männer im Wageninnern bemerkte und zu Hilfe kam, wurde auch sie erheblich verletzt. Im Prozess sagte der Angeklagte, er habe sich gegen Tritte des Maklers nur gewehrt und gegen Angriffe von der Frau. Als Motiv gab er an, der Makler habe 1000 Euro in bar kassiert, um ihm zu einer Wohnung zu verhelfen, aber getan habe der 57-Jährige dafür nichts. Das Urteil erging wegen versuchten Totschlags. Doch kurz nach der Festnahme des Täters beim Benrather Überfall fand sich in der Nähe ein Krefelder Toyota. Der war zugelassen auf einen russischen Landsmann des Angeklagten, einen 33-Jährigen, der schon seit April 2012 verschwunden war.

Im Auto gab es Blutspuren des 33-Jährigen und Tage später kam es zum grausigen Fund im Schlosspark Eller: Leichenteile des Vermissten wurden entdeckt, getötet durch Messerstiche, den Kopf umwickelt mit Klebeband. Der Angeklagte war zudem beim Geldabheben mit der EC-Karte des Toten gefilmt worden. Laut Mord-Anklage hatte er den Landsmann an dessen 33. Geburtstag besucht, durch Folter die PIN zur Bankkarte erfahren, ihn durch einen Stich in den Nacken getötet, die Leiche im Schlosspark vergraben - und hatte dann im Auto des Opfers monatelang bis zum Benrather Überfall gelebt. Spuren in der Wohnung des Toten gab es nicht mehr. Nach dessen Verschwinden hatte der Vermieter die Wohnung gereinigt und weiter vermietet. Den Mord an dem Landsmann hat der 43-Jährige bisher geleugnet: Der Kumpel habe halt hohe Schulden gehabt bei windigen Kredithaien, deute er an.

Für den Prozess sind bisher 20 Verhandlungstage bis kurz vor Weihnachten reserviert.

Quelle: RP
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