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Düsseldorf
Prozess um tödlichen Drogencocktail beginnt

Düsseldorf. Sechs Monate nach dem tragischen Tod eines Alkoholikers (48) in einer Wohnung an der Himmelgeister Straße hat das Landgericht gestern den Prozess gegen einen Drogenabhängigen (38) eröffnet. Ihm wird vorgeworfen, als Gast in der Wohnung einer Frau jenen anderen Besucher mehrfach misshandelt, ihm eine Heroinmixtur verabreicht zu haben, die in Kombination mit einem Wodkarausch zum Tod des 48-Jährigen geführt haben soll. Die Anklage geht von Körperverletzung sowie von zwei Fällen des Überlassens von Rauschgiften aus.

Weder zu seinem Lebenslauf noch zur Anklage sagte der 38-Jährige gestern aus, das soll am nächsten Prozesstag Anfang Dezember nachgereicht werden. Bekannt wurde jedoch, dass der Drogensüchtige seit 1996 vielfach vorbestraft ist, auch mehrfach wegen Körperverletzung. Zuletzt war er 2003 sogar wegen Menschenraubes und wegen Raubes zu fast acht Jahren Haft verurteilt worden. Aktuell wird ihm angelastet, dass er in der Wohnung einer Bekannten wiederholt einen anderen Besucher mit Tritten und mit Fausthieben misshandelt habe. Als der 48-Jährige dort nämlich beim Duschen zusammengebrochen war, soll der Angeklagte dem Saufkumpan nicht geholfen, sondern ihn "aus Verärgerung" noch verprügelt und zusammengetreten haben. Und als der 48-Jährige nach drei gemeinsam geleerten Flaschen Wodka und einer Packung Wein sagte, ihm täten alle Knochen weh, so dass er in der Wohnung nur noch herumkriechen konnte, soll es wieder zu Übergriffen des Angeklagten gekommen sein. Laut Anklage schlug und trat der 38-Jährige erneut auf den Mann ein, mixte dann eine Heroinzubereitung und drängte das Opfer, das Rauschgift einzuatmen. Dabei habe der Angeklagte gewusst, dass der 48-Jährige ein Alkoholiker war, aber kein Heroinkonsument. In der Folge verschlimmerte sich der Zustand des 48-Jährigen immer mehr.

Doch nur eine Stunde nach dem Drogenmix soll der Angeklagte dem schwer benommenen Opfer eine Amphetamin-Mixtur angeboten haben. Wenn das Opfer diese Linie durch die Nase einatmen würde, käme alle Kraft zurück, soll der Angeklagte getönt haben. Zu diesem Zeitpunkt war das Opfer aber nicht mehr in der Lage, auch dieses Aufputschmittel zu konsumieren, sondern ist schon an den Folgen der vorher verabreichten Drogen-Alkohol-Mixtur gestorben. Für den Prozess sind bisher sechs Verhandlungstermine bis kurz vor Weihnachten eingeplant.

(wuk)
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