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Düsseldorf
Prozess wegen Attacke auf Polizisten

Düsseldorf. Eine Frau (41) wird allmählich Stammkundin der Justiz. Am Dienstag erschien sie nicht.

Kopfschüttelnd beschrieb ein 53-Jähriger am Dienstag im Amtsgericht den plötzlichen Wandel seiner langjährigen Lebensgefährtin (41): "Als ob ein Schalter umgesprungen wäre!" Wohl aus einer Mischung von Verlustängsten und Vorahnungen habe die Frau nach fünf Jahren harmonischer Beziehung erst seinen Aston-Martin-Sportwagen in einer Parklücke in Oberkassel mit ihrem Geländewagen absichtlich mehrfach gerammt. Und jetzt wird sie durch immer neue Ausraster allmählich zur Stammkundin bei der Strafjustiz. Für die absichtliche Karambolage ist sie längst abgeurteilt worden. Am Dienstag sollte sie sich wegen Attacken auf zwei Polizisten verantworten. Doch zur Verhandlung kam sie erst gar nicht. In vier Wochen will der Richter einen neuen Prozessversuch starten.

Im Dezember 2015 hatte die Frau wie eine Furie geschrien, bis ihre Stimme kippte. Sie pöbelte, drohte, tobte und beleidigte so derb, dass fünf Justizkräfte nötig waren, um die Frau zu beruhigen. Trotz des unvergessenen Auftritts vor Gericht ist sie damals für ihren Racheakt am Luxus-Wagen des Ex-Partners zu sechs Monaten Bewährungsstrafe verurteilt worden, plus 200 Sozialstunden. Gestern sollte sie nun dafür geradestehen, dass sie einen Polizisten gegen das Bein getreten, bei einem anderen versucht haben soll, ihm in die Genitalien zu kneifen.

Ihr Ex-Freund hatte schon Anfang 2015 gegen die 41-Jährige nach etlichen Gewaltattacken gerichtlich ein Annäherungsverbot erwirkt, das sie im April 2015 jedoch missachtet habe. Als er deswegen die Polizei rief, hat sie die Beamten laut jetziger Anklage angeblich ebenfalls übel traktiert. Der Kniff in die Genitalien sei nur misslungen, weil der Polizist sich rechtzeitig wegdrehte, die Frau nur die Innenseite seines Oberschenkels zu fassen bekam.

Auf Körperverletzung und Widerstand lautete nun die neue Anklage. Doch damit nicht genug: Für ihr Gebaren als Angeklagte vor Gericht, als sie beim Karambolage-Prozess ihrem Ex-Freund das A-Wort nachrief, auch den Richter so titulierte und dem Staatsanwalt nachsagte, er habe sein Diplom gekauft, flatterte ihr inzwischen die nächste Anklage ins Haus. Wann darüber verhandelt wird, ist noch ungewiss. Sicher ist für den längst überdrüssigen Ex-Partner nur, dass es der Frau allein wohl nicht gelingen wird, den einst umgekippten Schalter aus eigener Kraft wieder auf "Aus" zu stellen.

(wuk)
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