| 13.32 Uhr

Uniklinik Düsseldorf
Prozesse um 63 Millionen Euro nach Debakel um OP-Zentrum

Düsseldorf. Jahrelang konnte das bereits voll ausgestattete neue OP-Zentrum der Düsseldorfer Uniklinik nicht in Betrieb gehen. Vor Gericht streiten sich nun Baufirmen und Auftraggeber um 63 Millionen Euro.

Nach dem Debakel um das lange Zeit leerstehende 180 Millionen Euro teure neue Operationszentrum der Uniklinik Düsseldorf droht ein jahrelanger Prozessreigen. Das Verfahren habe einen erheblichen Umfang und lasse sich kaum stemmen, sagte der Vorsitzende Richter Joachim Matz am Dienstag und riet den Streitparteien zu einer Mediation oder einem gerichtlichen Vergleich.

Allein die Anlagen zur Schlussrechnung für einige Arbeiten am Neubau füllen nach Angaben des Gerichts 42 Aktenordner.

Der Richter wies auf die Schadenersatzprozesse nach dem Düsseldorfer Flughafenbrand hin, die das Gericht zehn Jahre lang beschäftigt hätten. Die Anwälte der Uniklinik kritisierten am Mittwoch, in der Schlussrechnung des Unternehmens seien 2,3 Millionen Euro keiner Leistung zuzuordnen. "Wir haben die Schlussrechnung nicht verstanden", bekannte ein Anwalt.

Am Landgericht waren am Dienstag wegen des Bauprojekts drei Prozesse mit einem Streitvolumen von 63 Millionen Euro angesetzt. Der inzwischen insolvente Gebäudeausrüster Imtech verlangt von der Uniklinik fast zehn Millionen Euro für Arbeiten an dem Neubau. Die Uniklinik macht ihrerseits Schadenersatz in Höhe von 27 Millionen Euro gegen Imtech geltend.

In einem weiteren Verfahren streiten sich die Uniklinik und der Siemens-Konzern um 23 Millionen Euro. Ein Metallbauer fordert zudem drei Millionen Euro vom öffentlichen Auftraggeber.

Das OP-Zentrum stand - unter anderem wegen Problemen mit dem Brandschutz - jahrelang still, obwohl es bereits voll ausgestattet war. Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler verschlang der Bau etwa 80 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.

Bereits 2011 hatte Imtech die offizielle Abnahme ihrer Bauleistungen gefordert. Die war ihr verweigert worden: Die Gegenseite pochte auf Beseitigung von 7000 Mängeln. Das OP-Zentrum war schließlich Mitte 2014 in Betrieb gegangen - mindestens zwei Jahre später als geplant.

(dpa/irz)
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