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Düsseldorf
Prüfung der Kongressgesellschaft: Aufsichtsrat will Bedenkzeit

Düsseldorf. Stadt will Unternehmensberater die 2014 neu geschaffene DCSE untersuchen lassen - Kontrollgremium fühlt sich schlecht informiert. Von Denisa Richters

Mehr als drei Stunden saßen die Aufsichtsräte der Düsseldorf Congress Sport & Event GmbH (DCSE) gestern Nachmittag zusammen - aber das von der Stadtspitze erwartete grüne Licht zur geplanten Beauftragung der Unternehmensberater von Boston Consulting gab es nicht. Die Unternehmensberater hatten im vergangenen Jahr bereits die städtische Marketingtochter DMT untersucht und dabei im gesamten Eventbereich noch Prüfungsbedarf gesehen. Das betrifft auch die DCSE, die Kongresse und Konzerte organisiert.

Doch die Aufsichtsräte fühlten sich davon überrumpelt. Zu kurzfristig sei die Beschlussvorlage vorgeleget worden, die Zeit bis zur Sitzung habe nicht gereicht, um sich intensiv damit zu beschäftigen, zu viele Fragen blieben offen - darin waren sich CDU, Grüne und FDP einig. Schließlich verständigte man sich darauf, gestern gar nicht abzustimmen, sondern erst in einer Sondersitzung, die einberufen wird, sobald sich alle dazu abgestimmt haben. Die Berater hätten eigentlich kommende Woche ihre Arbeit bei der DCSE aufnehmen sollen, das verschiebt sich nun um einige Wochen. Die Kosten für den Einsatz von Boston Consulting sollen Teilnehmern der Runde zufolge bei 100.000 Euro liegen, die sich Stadt und DCSE (eine Tochter der Messe Düsseldorf) teilen.

Manche Aufsichtsräte finden das sinnvoll, andere sehen dafür keine Notwendigkeit. Denn anders als bei der DMT gebe es keine große Unzufriedenheit mit der Arbeit der Kongressgesellschaft. Die Zahlen seien positiv - unterm Strich soll ein Plus von 180.000 Euro stehen -, mit der Neustrukturierung vor zwei Jahren, bei der Sportagentur und Düsseldorf Congress fusionierten, sei die Basis für Synergien gelegt. Man könne, so betonen Kritiker, nicht unter jedem neuen Oberbürgermeister wieder von vorne anfangen. Es wird für möglich gehalten, dass der Kongressbereich wieder bei der Messe Düsseldorf angegliedert werden könnte und die Sportagentur sowie die Bespielung der Hallen mit dem Eventbereich der DMT zugeschlagen werden könnten. Jedoch seien die Events der DMT und die der DCSE nur bedingt miteinander vereinbar. Im Fokus ist allerdings der in Relation zum Umsatz hohe Personalbestand der Gesellschaft, die mehr als 100 Mitarbeiter hat. Das entspricht nicht den Sparzielen, die man sich durch die Fusion mit der Sportagentur erhofft hatte.

Quelle: RP
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