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Düsseldorf
Prügelei nach Markt-Besuch

Düsseldorf. Das Amtsgericht verurteilt vier Fußballfans wegen Körperverletzung zu Bewährungsstrafen, weil sie zwei Männer verprügelt haben.

Vom Weihnachtsmarkt kamen zwei Familienväter vor zwei Jahren zerschunden nach Hause. Am Hauptbahnhof waren sie einer Truppe angetrunkener Fußballfans aus Leverkusen begegnet und von den acht Männern (22 bis 31 Jahre alt) angespuckt, verprügelt und getreten worden. Gestern sahen die Opfer (33/36) ihre Peiniger beim Amtsgericht wieder. Und erlebten, wie vier der Fans mit je sechs Monaten Bewährungsstrafe belegt wurden. Gegen einen fünften Angeklagten wurde das Verfahren eingestellt. Drei andere angebliche Mit-Prügler müssen sich demnächst vor Gericht verantworten.

Zufällig hatten die Heimkehrer vom Weihnachtsmarkt damals an einem Gleis auf ihren Zug gewartet, auf dem ein Sonderzug der Leverkusen-Fans anhielt. Deren Werkself hatte beim Bundesliga-Konkurrenten Bremen mit 0:1 verloren - ihren Frust ließen die fünf Angeklagten an den unbeteiligten Familienvätern aus. Eines der Opfer schilderte gestern gar, es habe Todesangst ausgestanden, als die Fan-Truppe erst nach Bier fragte, dann aggressiv wurde. "Die suchen Streit", sei dem 36-Jährigen klar geworden.

Doch bei der Übermacht, die aus dem Sonderzug quoll, hätten er und sein Freund (33) keine Chance gehabt. Schon eine Abwehrgeste des 36-Jährigen führte dann dazu, dass die gefrusteten Fans zur Attacke übergingen. Der 33-Jährige ging damals direkt bewusstlos zu Boden, appellierte gestern an die Angeklagten, "sowas nie wieder zu tun. Ihr wisst ja nicht, was daraus werden könnte". Die Angeklagten nickten mit ernsten Mienen. Alle beriefen sich im Prozess auf Erinnerungslücken, haben aber bei den Opfern um Entschuldigung gebeten. Frust über das verlorene Spiel plus Alkohol seien "zwar keine Entschuldigung, aber das erklärt vielleicht, wieso es dazu kommen konnte", sagte ein Angeklagter.

Da keines der Opfer bleibende Schäden erlitt und angesichts der Reue und Einsicht der Angeklagten ließ die Richterin Milde walten. Sie verhängte gegen vier der fünf Fußballfans die Mindeststrafe von sechs Monaten Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung an den beiden Zufallsopfern.

(wuk)
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