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Düsseldorf
Raab-Prozess: Richter weisen Mangelrüge zurück

Düsseldorf. Mit einer Verteidigungsrede des Angeklagten wurde gestern beim Landgericht der Untreue-Prozess gegen den Ex-Uniklink-Chef Wolfgang Raab (63) fortgesetzt. Eine Mängelrüge seiner Verteidiger zum Prozessauftakt führt nach Ansicht der Richter nämlich nicht dazu, dass das Raab-Verfahren eingestellt werden müsse. Die Anwälte hatten am Mittwoch einen "offenkundigen Mangel" in der Anklage kritisiert, die Beendigung des Prozesses gefordert.

Das wiesen die Richter zurück. Formell sei die Anklage lückenhaft, aber ausreichend, so die Strafkammer. Im Verlauf wies Raab dann alle Vorwürfe der Anklage zurück. So habe er auf dem Klinikgelände in der Zeit als Klinik-Chef nicht heimlich eine zahnärztliche Privatambulanz mit rund 1400 Patienten betrieben, sondern sogar "jeden vierten Professor" des Hauses dort behandelt, auch seien Aufsichtsrat, Hochschulrat und Ministerium über diese Tätigkeit informiert gewesen.

Die Anklage wirft ihm aber vor, Behandlungen jahrelang als eigene Leistungen abgerechnet zu haben, obwohl die Arbeit überwiegend von einem bei der Klinik beschäftigten und von dort auch bezahlten Arzt geleistet worden sei. Der Klinik soll ein Schaden von rund 360.000 Euro entstanden sein. Der Prozess geht weiter.

(wuk)
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