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Düsseldorf
Radautobahn würde 35 Millionen kosten

Düsseldorf: Radautobahn würde 35 Millionen kosten
FOTO: dpa-Infografik
Düsseldorf. Der Schnellweg ist von Neuss durch den Düsseldorfer Süden nach Monheim und Langenfeld geplant. Machbar ist das Ganze, ob es konkret geplant wird, entscheidet die Politik im Januar. Von Christian Herrendorf

Um das Rad als Verkehrsmittel weiter attraktiver zu machen, benötigt eine Stadt auch Wege für zügige Fahrer. Nur dann steigt die Chance, dass Pendler das Auto stehen lassen. Deshalb hat sich Düsseldorf gemeinsam mit einigen Nachbarkommunen beim Land beworben, Standort für einen Radschnellweg zu werden und für dessen Bau Fördergelder zu erhalten. Nun liegt die Machbarkeitsstudie vor. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

Wo soll der Radschnellweg verlaufen? Die Schnellverbindung liegt zwischen Neuss und Langenfeld beziehungsweise Monheim und führt deshalb durch den Düsseldorfer Süden. Die ersten 2,7 Kilometer verlaufen durch den Neusser Westen, es folgen 19 Kilometer in der Landeshauptstadt und nach einer Gabelung 2,5 Kilometer in Langenfeld sowie 5,4 Kilometer in Monheim. Mehr als die Hälfte des Weges bestünde aus eigenständigen Fahrspuren für Radler, ein Drittel läge neben Hauptverkehrsstraßen, den Rest würden Neben- und Fahrradstraßen bilden.

Wie sieht die Strecke auf Düsseldorfer Gebiet aus? Der Abschnitt der Landeshauptstadt beginnt an der Kardinal-Frings-Brücke und führt am Rhein entlang über den Hammer und den Volmerswerther Deich. In Höhe der Uni läuft die Strecke parallel zur Münchener Straße bis nach Holthausen und Benrath. Anschließend geht es durch den Stadtteil (unter anderem über die Benrather Schlossallee), dann entlang der Koblenzer Straße durch Garath und nach Hellerhof. Dahinter gabelt sich der Weg wie beschrieben.

Wie ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis? Der gesamte Weg würde 55 Millionen Euro kosten, zwei Drittel der Kosten (35,7 Millionen Euro) entfielen auf den Düsseldorfer Teil der Strecke. Den Großteil dieser Kosten machen die Wege und neue Bauwerke wie Brücken über Kreuzungen aus. Das entspricht einer Quote von 1,9 Millionen Euro pro Kilometer und liegt damit in etwa in dem Bereich des Kostensatzes für den ersten Radschnellweg im Ruhrgebiet (1,8 Millionen pro Kilometer).

Laut Studie werden bis zu 6500 Radfahrer pro Werktag den Schnellweg nutzen. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit wird laut Gutachten 26,2 km/h betragen, und es könnten bis zu 1900 Tonnen CO2 weniger anfallen, wenn die sich die erhofften Umsteiger-Potenziale erfüllen. Deshalb hat der Radschnellweg im Kosten-Nutzen-Verhältnis einen Wert von 1,9. Ab 1,0 gelten Projekte als gut genug für die Umsetzung.

Wie geht es nun weiter? Nachdem die Machbarkeitsstudie nun vorliegt, werden die politischen Gremien voraussichtlich im Januar entscheiden, ob sie die weitere Planung in Auftrag geben. Diese fördert das Land mit 80 Prozent, die entsprechenden Mittel sind im NRW-Haushalt bereits vorgesehen. Ein wesentlicher Teil dieser Phase ist dann auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Wenn die Politik anschließend auch den Bau befürwortet, könnte der Radschnellweg 2019 umgesetzt und ab 2020 genutzt werden. Ganz wesentliche Bedingung dafür ist aber, dass das Land von den genannten Gesamtkosten einen Anteil zwischen 70 und 90 Prozent übernimmt.

Quelle: RP
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