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Düsseldorf
Rauchen und Trinken in der Straßenbahn

Als in der Rheinbahn geraucht und getrunken wurde
Als in der Rheinbahn geraucht und getrunken wurde FOTO: Rheinbahn
Düsseldorf. Eine Debatte über ein Rauchverbot bei der Rheinbahn wäre früher undenkbar gewesen. Bis in die 60er Jahre war das Rauchen dort sogar in den Bistrowagen noch erlaubt. Alkohol und Zigaretten wurden früher auch dort verkauft. Von Marc Ingel

Es gab Zeiten, da war das Rauchen in geschlossenen Räumen die normalste Sache der Welt. In der beliebten TV-Serie "Der Kommissar" zum Beispiel scherten sich die Kriminalbeamten im Büro des Chefs einen feuchten Kehricht um ihre Vorbildfunktion. Es wurde auf Teufel komm raus gequalmt, so dass man als Zuschauer den Eindruck bekam, ohne die Nikotinzufuhr hätte das Ermittlerteam niemals auch nur einen einzigen Fall gelöst. Und sollten die Ermittlungen in Stocken geraten, zauberte Sekretärin "Rehbeinchen" zu jeder Tageszeit wie selbstverständlich eine Flasche Schnaps aus ihrer Schreibtischschublade.

Rheinbahn für rauchfreie Wartehäuschen

Ähnlich ungesund ging es noch bis in die 60er Jahre auch in den Bistrowagen der Rheinbahn zu. Es wurde nach Herzenslust gepafft, Zigaretten wie Zigarren, und ins Glas gespuckt hat zu dieser Zeit auch kaum ein Fahrgast. 1924 war die Einführung der Speisewagen auf einer Stadtbahnlinie (Düsseldorf-Krefeld) eine Weltpremiere und dementsprechend eine Sensation.

Fotos: Düsseldorf vor 100 Jahren - Vergleich früher und heute FOTO: Bretz, Andreas

Der Service wurde sehr gut angenommen, kam mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zwar zum Erliegen, wurde nach Kriegsende aber nicht nur wieder aufgenommen, sondern sogar auf die Strecke nach Duisburg erweitert. Der Pächter warf 1963 allerdings wegen mangelnder Rentabilität das Handtuch, einige weitere folgten mit mäßigem Erfolg, seit Jahresbeginn ist das Kapitel Bistrowagen für die Rheinbahn vorerst beendet.

Quelle: RP
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