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Kommen Und Gehen Goldfels
Raus dem Hinterhof

Kommen Und Gehen Goldfels: Raus dem Hinterhof
Peter Müller hat die erste Woche in seinem neuen Geschäft "Goldfels 2" schon hinter sich. FOTO: Marc Ingel
Düsseldorf. Trotz ungünstiger Lage hat Peter Müller mit seinem Einrichtungsgeschäft Erfolg. Jetzt vergrößert er sich an der Rethelstraße mit einem zweiten Laden. Von Marc Ingel

Düsseltal Peter Müller weiß, wie er Aufmerksamkeit erregt: "Kein Discounter, keine Spielhalle, keine Kette!", ließ er die Kunden auf einem Zettel wissen, als das Schaufenster seines neuen Geschäfts an der Rethelstraße 146 noch zugehangen war und innen umgebaut wurde. "Die Resonanz war schon erstaunlich", sagt Müller. "Die Leute freuen sich einfach, wenn der klassische, inhabergeführte Einzelhandel präsent bleibt und die Einkaufsstraßen durch die immer gleichen Ketten nicht völlig uniform aussehen."

Seit fast zehn Jahren hat er quer gegenüber im nach hinten versetzten Rethelhof sein Geschäft Goldfels, das er mit "Home & Garden" überschreibt, es aber auch keinem krummnimmt, wenn einer das Konzept als Gemischtwarenladen bezeichnet. Angeboten wird alles, was im weitesten Sinne mit Einrichtung zu tun hat plus Gartenutensilien. Da die Nachfrage aber auch nach allem, was mit Küche im Zusammenhang steht, groß gewesen sei, habe Müller den Entschluss gefasst, sich zu vergrößern. Jetzt gibt es also Goldfels 2, dort gibt es neben Wohn-Accessoires vor allem funktionale Küchenartikel vom Spargelschäler bis zur Käsereibe ebenso wie Soßen Raumdüfte, Kissen, Kerzen oder Glückwunschkarten. "Concept Store" würde man heutzutage wohl dazu sagen. Aber genau das vermeidet Müller.

"Ich sehe den Trend zum Gegentrend. Die Menschen wollen wieder individuell einkaufen, sind müde vom Einheitsbrei, gerade hier im Zooviertel. Sie wollen auch nicht mehr nur online bestellen, sondern suchen das Gespräch, wollen beraten werden - und das hier im Quartier", sagt der Geschäftsmann, dessen Vater früher Rewe-Märkte führte. Individuelle Einkaufsstraßen würden auch das Stadtbild prägen, dazu gehöre dann aber zum Beispiel, dass die Schaufenster kreativ gestaltet sind. "Daran sollen sich die Passanten die Nase platt drücken. Das erfordert aber Eigeninitiative", sagt Müller. Auch deswegen engagiert er sich in der wachsenden Gemeinschaft der Einzelhändler an der Rethelstraße, die versuchen, mehr zu kooperieren und ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen.

Müller verzichtet bewusst auf einen Online-Shop, "ich möchte, dass die Kunden die Geschichte eines Produkts erfahren, dass sie es anfassen, bevor sie es kaufen." Der Name Goldfels sei eine Reminiszenz an die jüdische Gemeinde in Düsseldorf. Auch das zeichne den klassischen Einzelhandel aus: "Dass man in vielem frei ist, in der Auswahl der Produkte, die einer anbieten will, ebenso wie bei der Frage, wie nenne ich meinen Laden überhaupt."

Quelle: RP
 
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