| 13.13 Uhr
Landesweite Durchsuchungen
Razzia wegen Versicherungsbetrug
Kriminalität in NRW: Die Fakten 2011
Kriminalität in NRW: Die Fakten 2011 FOTO: AP, AP
Düsseldorf. Wegen des Verdachts des Versicherungsbetrugs sind am Donnerstagmorgen landesweit 49 Objekte durchsucht worden. In großem Stil soll eine Bande Verkehrsunfälle manipuliert haben, wie die Polizei mitteilte. 169 Beamte waren im Einsatz.

Seit Mai vergangenen Jahres hatte das Düsseldorfer Betrugskommissariat gegen eine größere Anzahl von Verdächtigen ermittelt. Ingesamt 101 Beschuldigte werden in der Ermittlungsakte geführt. Unklar ist laut Polizei bislang wie viel real exisitierende Personen und wie viele Pseudonyme dahinter stecken. Dazu wurden am Mittwoch 49 Objekete in Düsseldorf, Mettman, Essen, Wesel, Heinsberg, Olpe und Duisburg durchsucht.

Die Täter sollen immer nach der gleichen Masche vorgegangen sein:
Eine Person meldete zunächst einen Wohnsitz in Düsseldorf oder einer benachbarten Stadt an und richtete eine neue Kontoverbindung ein. Bei den Anmeldungen wurden zumeist als verloren gemeldete Identitätskarten eines osteuropäischen Landes vorgelegt, so dass die Täter von da an unter einem Pseudonym agieren konnten.

Dann sollen die Bandentäter mehrere Unfälle manipuliert haben, mit eigens dafür beschafften Fahrzeugen und meldeten sie einer Versicherung. Manche  Autos wurden so drei- bis fünfmal für Schadensregulierungen bei Versicherungen genutzt, bis sie wieder verkauft wurden.

Bislang konnten die Ermittler der Tätergruppe 96 Unfälle seit 2009  zuordnen. Der Schaden wird auf etwa 600.000 Euro geschätzt. Die Regulierung der gemeldeten Unfallschäden geschah in den meisten Fällen über eines der eigens eingerichteten Konten.

Laut Polizei liefen die finanziellen Fäden bei drei Männern im Alter von 26, 35 und 36 Jahren sowie zwei  Frauen (27 und 33)  zusammen.

Bei den landesweiten Durchsuchungen wurden mehrere Computer, Mobiltelefone und  Unterlagen sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an.

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