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Düsseldorf
Reisende schildert Belästigung

Düsseldorf. Unter Tränen hat eine Frau vor Gericht gegen einen 49-Jährigen ausgesagt.

Ohne Ergebnis brach das Amtsgericht den Belästigungsprozess gegen einen Reiseverkehrskaufmann (49) gestern ab. Er hatte gegen eine Strafe von 600 Euro Protest eingelegt und beteuert, er habe eine 21-jährige Passagierin aus den Niederlanden in seinem Job am Flughafen im Februar weder betatscht noch habe er sie küssen wollen, sie auch nicht an der Taille zu sich herangezogen oder ihr gar vorgeschlagen, ihren Flug zu stornieren und mit ihm zu sexuellen Ausschweifungen auf seine Kosten woanders hin zu fliegen. Doch das hatte die Frau damals bei der Flughafenpolizei zur Anzeige gebracht. Und das hat sie gestern als Zeugin teils unter Tränen wiederholt.

Demnach habe sie als ortsfremde Reisende damals am Serviceschalter des Angeklagten nur fragen wollen, wohin sie zum Abflug gehen müsse. Der Angeklagte habe sie aber in sein Büro gebeten, Tee serviert und sie küssen wollen. Das habe sie abgewehrt, aber danach sei jeder ihrer Versuche, das Büro zu verlassen, gescheitert. Als sie rauchen ging, habe er sie begleitet. Als sie vorgab, hungrig zu sein, habe er sie zu einem Schnellrestaurant eingeladen und begleitet. Erst nach rund einer Stunde und einem weiteren Kuss- und Annäherungsversuch sei es ihr gelungen, samt Rollkoffer aus dem Büro zu entkommen. Um das nun dem Amtsgericht zu berichten, sei sie nun "noch mal vier Stunden nach Düsseldorf gefahren, nicht zum Spaß, sondern damit der Angeklagte sowas nicht noch mal macht mit anderen", so die Frau weinend.

Der Angeklagte, der alle Vorwürfe bestritt, hatte nur eine Vermutung, warum ihn die fremde Frau grundlos anzeigen sollte: Sie habe ihm nach Abwicklung diverser Flug-Formalitäten in seinem Büro plötzlich um 50 Euro anpumpen wollen. Als er das "höflich, aber bestimmt" verweigert habe, sei sie sauer geworden. Um den Fall aufzuklären, sollen Videoaufnahmen, die per Überwachungskameras damals gemacht wurden, im Gerichtssaal ausgewertet werden. Dazu wurde die Verhandlung auf Mitte Oktober vertagt.

(wuk)
 
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