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Düsseldorf
Rentner sprüht Pfefferspray bei Parkplatz-Streit an der Kö

Düsseldorf. Wieder ein Prozess um einen skurrilen Parkstreit an der Kö. Was sich an einem Augustabend 2014 zwischen einem Ehepaar aus Schwalmtal, ihrem Chauffeur und einen betagten Fußgänger mit Hund an der Nobelmeile zutrug, beschäftigt am Dienstag (12.15 Uhr, Saal E.111) das Amtsgericht. Von Wulf Kannegießer

Auf die Anklagebank muss dort der 79-jährige Fußgänger aus Krefeld. Ihm wird vorgeworfen, er habe sich damals zu Beleidigungen hinreißen lassen und dann alles mit Pfefferspray eingenebelt.

Dass eine gewöhnliche Parkplatz-Szene derart eskalieren und nun sogar vor einer Richterin landen könnte, hat wohl keiner der Beteiligten geahnt. Denn nach einer Stippvisite an Düsseldorfs Flaniermeile hatte sich ein Ehepaar (57/58) gerade zur Rückfahrt nach Schwalmtal entschlossen, doch mit der schweren Limousine an der Königsallee auszuparken, ist deren Chauffeur (68) nicht gelungen.

Ein anderes Auto, geparkt in zweiter Reihe, blockierte die Abfahrt des Fahrzeugs. Also stieg der 57-Jährige aus und suchte in den nächstbesten Nobelboutiquen nach einem Fahrer des Blockade-Autos. Inzwischen hatte sein Chauffeur mehrfach gehupt, um auf die Lage aufmerksam zu machen. Bis hierher wäre das kein Fall fürs Strafgericht geworden. Das änderte sich allerdings, als der 79-jährige Passant samt Hund dort vorbeikam.

Laut Anklage fühlte er sich durch das Gehupe nämlich derart belästigt, sogar angegriffen, dass er angeblich wüste Beleidigungen ausstieß. Nur, um den aufgebrachten Senior zu beruhigen, sei der Chauffeur ausgestiegen und auf den zeternden Passanten zugegangen. Das habe der Fußgänger aber prompt mit einer Wolke aus Pfefferspray quittiert. Und als der 57-Jährige von seiner vergeblichen Fahrersuche in den Boutiquen zu den beiden streitenden Männern zurückkam, wurde er laut Anklage ebenfalls von der Pfefferwolke eingehüllt. Bei ihm habe das zu Atemnot geführt, bei seinem Chauffeur zu schmerzhaften Augenreizungen, wodurch er zeitweise nichts mehr sehen konnte.

Welche Rolle dem Hund in diesem Durcheinander zukam, ist noch ungeklärt. In ersten Vernehmungen soll der bisher völlig unbescholtene Angeklagte aber versichert haben, er sei attackiert, gar geschlagen worden, habe nur deshalb sein Pfefferspray gezückt. Wie das Ganze ausgeht, liegt jetzt in den Händen der Richterin.

Quelle: RP
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