| 18.06 Uhr

Rheinbahn in Düsseldorf
U75 fährt ohne Halt durch Tunnel

Rheinbahn in Düsseldorf
Die Bahn der Linie U75 hielt über mehrere Haltestellen lang nicht. FOTO: Schaller,Bernd
Düsseldorf. Das kennt man sonst nur aus Filmen: Die U-Bahn fährt an jeder Haltestelle vorbei und der Fahrer kann nichts dagegen tun. So geschehen auf der Linie U75 zwischen Tonhalle und Ronsdorfer Straße. Von Helene Pawlitzki

Nach Angaben der Rheinbahn lag die Ursache in einer Kombination aus menschlichem und technischen Versagen. Offenbar programmierte der Fahrer seine Bahn versehentlich als Sonderzug – und die stoppen nicht an Haltestellen, weil sie keine Passagiere befördern. Im Tunnel übernahm dann das automatische Fahrsystem und tat, was es sollte – nämlich den Zug ohne Halt durchschicken.

Diese automatischen Fahrsysteme stammen aus den 70er und 80er Jahren und sind in allen Tunneln aus dieser Zeit installiert. Sie sollten den Ablauf schneller und reibungsloser machen, weil das System für den Fahrer übernimmt, bremst und Gas gibt. "Aber natürlich können die Fahrer weiterhin in den Betrieb eingreifen, dafür sind sie ja da", so Heike Schuster von der Rheinbahn.

Warum der Fahrer der U75 nicht bremste, will die Rheinbahn noch untersuchen. Er habe mit der Leitstelle kommuniziert, aber erst zu spät, so die Sprecherin. "Offenbar hat er versucht, das Problem zu beheben, aber es nicht hingekriegt."

Ein Fahrgast schilderte unserer Redaktion das etwas anders: Der Fahrer habe bei jeder Haltestelle durchgesagt, er könne nicht anhalten und auch nicht mit der Leitstelle sprechen. Panik sei nicht ausgebrochen, so die Schilderung weiter. Viele Passagiere hätten gelacht. "Aber natürlich war es auch ein etwas ungutes Gefühl, nicht zu wissen, was los ist."

Erst an der Ronsdorfer Straße konnten die Passagiere den Zug verlassen, die vorher hatten aussteigen wollen. Er fuhr zunächst weiter und wurde anschließend zur Analyse und Reparatur ins Depot gebracht, so die Rheinbahn.

Die Rheinbahn will nun untersuchen, was genau passiert ist. Eine Gefahr für die Passagiere des Zugs habe zu keiner Zeit bestanden. Ähnliche Fälle seien ihr nicht bekannt, so Schuster. "Ich arbeite seit 15 Jahren hier und habe sowas noch nie gehört." Am automatischen Fahrsystem im Tunnel wolle man ohnehin nicht festhalten, diese Technik sei überholt. Im Tunnel der neuen Wehrhahn-Linie fahren die Fahrer schon selbst.

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