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Rheinbahn-Knigge
Bahnfahren wie die Profis

Rheinbahn in Düsseldorf: Bahnfahren wie die Profis
Sozialverträgliches Verhalten in der Rheinbahn ist gar nicht so schwer, wenn man ein paar Profi-Tipps beherzigt. FOTO: Endermann, Andreas
Düsseldorf. Wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, kann man einiges falsch machen. Das gilt auch für Fahrten mit der Düsseldorfer Rheinbahn. Mit unseren Tipps kommen Sie entspannt an und ernten ein Sonderlob für vollendete Umgangsformen. Von Judith Conrady

  1. Bahnfahren kann ziemlich langweilig sein. Um anderen die Zeit zu verkürzen, sollten Sie deshalb am Handy unbedingt laut über Ihre Privatangelegenheiten reden. Intime Details aus dem zwischenmenschlichen Bereich kommen sehr gut an. Oder vielleicht haben Sie ja gerade ein besonders appetitliches medizinisches Problem?
  2. Ihr Musikgeschmack ist so gut, dass andere noch etwas lernen können. Benutzen Sie deswegen in der Straßenbahn auf keinen Fall Kopfhörer, sondern drehen Sie einfach den Ton Ihres Smartphones auf.
  3. Unsere Gesellschaft hat sich viel zu weit vom Naturzustand entfernt. Setzen Sie ein Zeichen und verzichten Sie auf Deo. Ein heißer Sommertag, an dem Sie im Feierabendverkehr von Heerdt nach Gerresheim müssen, ist der richtige Moment, um damit anzufangen.
  4. Falls Sie einen Hund haben und ihn mit in die Bahn nehmen, halten Sie ihn auf keinen Fall an der kurzen Leine. Viele Menschen, die selbst keine Haustiere haben, freuen sich über engen Kontakt zu fremden Hunden. Besonders beliebt sind sehr große Exemplare, die viel Speichel absondern.
  5. Gerade Männer sind oft viel zu bescheiden und nehmen weniger Sitzplatz ein, als ihnen eigentlich zusteht. Sie haben nicht 2,60 Euro bezahlt, um Ihre Knie bei sich zu behalten. Kleiner Bonus: Je breitbeiniger Sie sitzen, desto leichter kommen Sie mit der jungen Frau neben sich in Kontakt. 
  6. Falls Sie in einer Gruppe unterwegs sind, verhindern Sie um jeden Preis, dass Sie voneinander getrennt werden. Wäre schließlich schade, wenn Sie und Ihre Kegelschwestern auf der Fahrt von der Heine-Allee zum Graf-Adolf-Platz nicht in derselben Vierer-Sitzgruppe unterkommen. Mitreisende können ruhig mal aufstehen. Dafür unterhalten Sie ja auch die ganze Bahn mit Ihrem originellen Humor. 
  7. Als erfahrener Pauschalurlauber ist Ihnen sicher das Prinzip vertraut, Pool-Liegen mit einem Handtuch zu reservieren. Dasselbe funktioniert auch in der Bahn wunderbar - mit Ihrer Tasche. Stellen Sie sie neben sich auf den Sitz, damit Sie auch zur Rush Hour immer genug Platz haben. Profi-Tipp: Nehmen Sie die Tasche auf keinen Fall weg, ohne mindestens einmal genervt aufzustöhnen und die Augenbrauen hochzuziehen. 
  8. Nur Anfänger lassen andere Passagiere erst aussteigen, bevor sie sich selbst in die Bahn drängeln. Geduldig sein können Sie noch, wenn Sie tot sind. 
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