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Düsseldorf
Rheinbahn schafft "sofort" ab

Düsseldorf: Rheinbahn schafft "sofort" ab
Wenn "sofort"an der Anzeigetafel steht, kann das vieles bedeuten. FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. Der ÖPNV-erprobte Düsseldorfer weiß, dass es noch eine Weile dauern kann, bis die Bahn kommt, wenn auf der Rheinbahn-Tafel ein "sofort" erscheint. Das soll sich nun ändern. Nun soll neue Technik die elektronische Fahrgastinformation genauer machen.   Von Stefani Geilhausen

Mit der Installation eines neuen Systems, das zurzeit getestet wird, werden die Zeitangaben genauer, sagte Rheinbahnsprecher Eckhard Lander. Das Intermodal Transport Control System (ITCS) sendet Informationen über den aktuellen Fahrtverlauf digital, löst damit auch den Analogfunk ab, der bislang etwa in Funklöchern buchstäblich unterging. "Das wird die Wartezeit-Prognosen deutlich verbessern," sagte Lander.

Im Zuge der Modernisierung soll das "sofort" verschwinden, das der Rheinbahn Spott und Beschwerden beschert. Denn wenn ein Zug oder Bus unmittelbar auf dem Weg zur Haltestelle aufgehalten wird, reagiert das alte System darauf nicht. Das ITCS soll das schneller erkennen und die Anzeige entsprechend ändern. Ganz neu wird dann auch die Fahrgastinformation in den Zügen sein: Auf Monitoren wird ihnen angezeigt, wann sie ihre Haltestelle erreichen - und welche Anschlussmöglichkeiten dort bestehen.

Die acht besten Verkehrs-Apps für Düsseldorf FOTO: Stadt Düsseldorf

20 Millionen Euro investiert die Rheinbahn, auch die Pünktlichkeit von Bussen, Stadt- und Straßenbahnen werde durch ITCS generell verbessert, so Lander. Derzeit laufen beide Systeme parallel, im kommenden Jahr soll nach derzeitigem Plan die alte Technik dann endgültig abgeschaltet werden. Das ITCS hatte die Rheinbahn gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben Essen, Duisburg und Mülheim angeschafft, der im Sommer 2012 erteilte Auftrag hat ein Gesamtvolumen von rund 37 Millionen Euro.

Weil im Testbetrieb immer wieder die Software aktualisiert wird, kommt es häufiger zu Ausfällen der Anzeigetafeln, die offiziell "Dynamische Fahrgastinformation" und rheinbahnintern Dyfa heißen. 441 laufen zurzeit bereits, in der Regel jeweils zwei an einer Haltestelle. Aktuell werden Informationstafeln an den Haltestellen Eller-Süd und Oberbilk S installiert, Mitte des Jahres kommen Haltestellen in Bilk, Oberbilk und Friedrichstadt hinzu. 22 neue Dyfas werden allein im Bahnhof Heinrich-Heine-Allee installiert, wenn da die neue Wehrhahn-Linie startet - an dieser werden insgesamt 55 Tafeln stehen.

Historische Bilder aus dem Rheinbahnarchiv FOTO: Stadtarchiv D�sseldorf

Zwischen 30 000 und 35 000 Euro kosten Anschaffung und Installation einer solchen Anlage, von denen die Rheinbahn zurzeit zwei Typen verbaut. Rechteckige schwarze mit orangefarbener Schrift und weiße Haltestellenschilder, in die das Info-System integriert ist. Letztere sind zwar neuer, aber nicht besser lesbar. Die Kombi-Tafeln werden deshalb nur an solchen Haltestellen installiert, wo für die großen Dyfas beziehungsweise für Dyfa und Haltestellenschild kein Platz ist.

Die Haltestellen im Medienhafen werden bereits elektronisch versorgt, Rath und der ISS Dome stehen 2016 an. Bis 2020 sollen noch 185 Dyfas installiert werden. Damit wären dann in fünf Jahren rund 300 Haltestellen versorgt - das sind gerade mal ein Fünftel sämtlicher Rheinbahnhaltestellen.

Quelle: RP
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