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Ersatzfahrdienst in Düsseldorf
Rheinbahn setzt immer öfter Taxis ein

Ersatzfahrdienst in Düsseldorf: Rheinbahn setzt immer öfter Taxis ein
William Mari ist in der Nacht zum Sonntag als Ersatz auf der Strecke der ausgefallenen Stadtbahn U72 gefahren. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Ob Unfälle oder vereiste Oberleitungen: Wenn es zu Unterbrechungen im Straßenbahn-Netz kommt, ruft die Rheinbahn in Düsseldorf zunehmend in der Taxizentrale an. Das größte Problem dabei: Viele Kunden kennen den Service noch nicht und sind skeptisch.  Von Uwe-Jens Ruhnau

Gleich zwei Mal konnte in den letzten Tagen auf der Stadtbahnlinie U72 der Verkehr nicht mit Bahnen, sondern nur mit Taxis abgewickelt werden. In der Nacht zu Sonntag war ein Unfall der Grund, dass ab Schlüterstraße Richtung Ratingen zehn Taxis den Beförderungsdienst übernahmen. Die regulären Bahnen fuhren Richtung Staufenplatz weiter, drehten dort und fuhren in die Innenstadt zurück. Am Montagmorgen erwischte es wieder die U72. "Beim Betriebsstart stellte sich heraus, dass in Ratingen die Oberleitungen vereist waren", sagt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. "Wie haben dann bis 9 Uhr Taxis bis zur Arbeitsagentur/Schlüterstraße eingesetzt." Dort konnten die Fahrgäste die Autos verlassen und in andere Linien wechseln.

Schnell und unbürokratisch

Laut Schumacher gibt es die Kooperation mit der Rheinbahn seit rund sechs Monaten. Sie sei sehr gut angelaufen und komme auch bei den Kunden gut an. Der Ersatzfahrdienst sei mit Taxis schnell und unbürokratisch umsetzbar. Klar: Die Taxis sind schneller vor Ort, als ein Ersatzfahrdienst mit Bussen organisiert ist. Das hat sich bereits mehrfach gezeigt. So kam es vor einigen Tagen am Spichernplatz zu einem Unfall, das zerbeulte Auto stand auf den Gleisen, die Linien 705 und 707 waren im Berufsverkehr unterbrochen. "Wir haben 20 Taxis angefordert und die Unterbrechung überbrückt", sagt Schumacher. Kosten wird das die Rheinbahn am Ende nichts, die Versicherung des Unfallverursachers muss haften. Für Fälle wie den der vereisten Oberleitungen seien dieses Jahr erstmals Taxikosten 80.000 Euro einkalkuliert.

Dennis Klusmeier, der Chef der Taxi-Genossenschaft, begrüßt die Zusammenarbeit sehr. Sie passe in das Bild einer Stadt, die bei der Mobilität umsteuere und die Menschen dazu animieren wolle, nicht immer mit dem eigenen Auto in die City zu fahren. Die Taxis stünden dazu nicht im Widerspruch, sondern seien eine sinnvolle Ergänzung des ÖPNV.

800 Taxischilder von der Rheinbahn - Kunden skeptisch

Die Rheinbahn hat der Genossenschaft 800 Schilder zur Verfügung gestellt, die von den Fahrern an der Windschutzscheibe befestigt werden können. "Wir fahren im Auftrag der Rheinbahn" steht darauf. Nicht alle Bürger glauben, dass dies stimmt. William Mari, der am Wochenende mit seinem Taxi im Rheinbahn-Auftrag unterwegs war, wurde sogar beschimpft. "Man warf mir vor, wir wollten die Kunden abzocken."

Der Service ist also noch nicht ausreichend bekannt, und zahlen müssen die Fahrgäste dem Taxifahrer auch nichts. Es sind zudem noch nicht alle Schilder verteilt. "Wir haben erst die Hälfte der Schilder ausgegeben", sagt Klusmeier. Man wolle nur ausgewählte Fahrer damit ausrüsten, die Rheinbahn solle mit der Dienstleistung zufrieden sein.

Auch in anderen Fällen werden Rheinbahnkunden mit Taxis befördert. Fallen Bus oder Bahn aus, kann nach 20 Minuten ein Wagen bestellt werden. Das kommt laut Schumacher etwa 100 Mal im Monat vor. Rund 25 Fälle es sind es bei der Anschlussgarantie. Ist an ausgewählten Knotenpunkten der Bus oder die Bahn weg, werden ebenfalls Taxis gerufen - laut Schumacher sogar durch die Fahrer. Eine ausführliche Liste der Knotenpunkte gibt es hier auf der Website der Rheinbahn.

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Quelle: RP
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