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Düsseldorf
Fahndung nach brutalen Kirmes-Räubern

Polizei fahndet nach Kirmes-Räubern
Polizei fahndet nach Kirmes-Räubern FOTO: Polizei Düsseldorf
Düsseldorf. Zehn Tage nach dem brutalen Überfall auf einen 22-Jährigen veröffentlicht die Polizei Bilder der mutmaßlichen Täter, die mit der EC-Karte des Opfers Geld abhoben. Über die lange Wartezeit sind die Ermittler verärgert. Von Stefani Geilhausen

Mit Fotos aus der Überwachungskamera einer Sparkasse hofft die Polizei jetzt, den Männern auf die Spur zu kommen, die am letzten Kirmeswochenende einen 22-Jährigen am Rheinufer in Niederkassel überfallen haben. Die Bilder wurden aufgenommen, während das Opfer wehrlos und halbnackt auf dem Grünstreifen am Kaiser-Friedrich-Ring lag, gefesselt und von einem Fremden mit einem Messer bedroht.

Drei Täter hatten den 22-Jährigen vermutlich abgepasst, als der sich in den frühen Sonntagmorgenstunden am 24. Juli auf den Heimweg von der Kirmes machte. Sie zerrten ihn vom Rad, bedrohten ihn mit einem Messer und zwangen ihn so, nicht nur seine EC-Karte herauszugeben, sondern auch, seine Geheimzahl zu verraten.

Zwei der Männer verschwanden dann mit der Karte, hoben damit an einem Geldautomaten an der Luegallee mehrere hundert Euro vom Konto ihres Opfers ab, das unterdessen vom Komplizen in Schach gehalten wurde. Als sie zum Tatort zurückkehrten, nötigten die Räuber den verängstigten 22-Jährigen dazu, sich bis auf die Boxershorts auszuziehen. Danach fesselten sie ihn mit seinen eigenen Schnürsenkeln und verschwanden.

Am Kaiser-Friedrich-Ring in Höhe des Tennisclubs wurde ein 22-jähriger Mann nach einem Kirmesbesuch in der Nacht zu Sonntag Opfer eines Raubes. FOTO: Hans-Jürgen Bauer

Erst einige Stunden nach der Tat, gegen 6 Uhr am Sonntagmorgen, fanden Passanten den hilflosen Mann, der mehrere Schürf- und Schnittwunden erlitten hatte und deshalb vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Bereits am nächsten Tag wertete die Kriminalpolizei die Überwachungskameras der Bank aus, um Bilder der Täter zu bekommen. Kaum lagen die vor, brachten die Ermittler die Fotos persönlich zur Staatsanwaltschaft. Denn die Polizei darf nicht von sich aus Täterfotos veröffentlichen. Erst auf Antrag der Staatsanwaltschaft kann ein Gericht einen Beschluss für eine Öffentlichkeitsfahndung erlassen, wenn es denn die Straftat, um die es geht, für eine von erheblicher Bedeutung im Sinne der Strafprozessordnung hält.

Zehn Tage war der Beschluss unterwegs

Dieser Antrag der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ging am 28. Juli bei Gericht ein. Tags darauf erließ ein Ermittlungsrichter auch den entsprechenden Beschluss. Doch der erreichte nunmehr fünf Tage nach der Tat die Polizei nicht sofort - denn der 29. Juli war ein Freitag. Übers Wochenende lag der Beschluss also im Postausgang, wurde am Montag zur Geschäftsstelle im Gericht gebracht - und erreichte schließlich gestern Morgen, zehn Tage nach dem Überfall die Polizei. "Warum der Postweg so lange gedauert hat, kann ich nicht erklären", sagte Amtsgerichtssprecher Marcel Dué auf Anfrage unserer Redaktion.

Bei der Polizei hat die Verzögerung einiges Unverständnis hervorgerufen. Weil das verletzte Opfer erst Stunden nach der Tat gefunden worden war, hatten die Ermittler kaum Ansätze für die Suche nach den Tätern und deshalb große Hoffnung auf die Fahndung mit den Fotos gesetzt. Das tun sie aber immer noch und bitten auch zehn Tage nach der Tat um Hinweise auf die Verdächtigen unter 0211 8700.

Lesen Sie hier einen Kommentar zu der verzögerten Veröffentlichung der Fahndungsfotos: Ein schlechter Witz im Jahr 2016

 

Quelle: RP
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