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Kritik von Umweltschützern
Rheinkomet gefährdet Vögel

Kritik von Umweltschützern: Rheinkomet gefährdet Vögel
Naturschützer sind besorgt wegen des Lichts auf dem Rheinturm. FOTO: end
Düsseldorf. Gegen die Pläne für eine Fortsetzung der Lichtinstallation auf dem Rheinturm regt sich Widerstand von Naturschützern. Die großen Umweltorganisationen BUND und NABU befürchten negative Folgen insbesondere für Zugvögel. Von Arne Lieb

Die Ratsfraktion der Grünen hat sich den Bedenken angeschlossen. Sie will einem Betrieb des sogenannten Rheinkometen nur unter diversen Bedingungen zustimmen. Dazu gehört, dass er höchstens drei Mal im Jahr leuchtet und nicht zu Zeiten des Vogelzugs. Zudem fordern die Grünen, dass der Stadt keine Kosten entstehen.

Der BUND äußert in einer Stellungnahme, die unserer Redaktion vorliegt, insbesondere Sorgen um Zugvögel. "Der Rhein ist eine wichtige Zugachse", warnt der Vorsitzende des Ortsverbands, Michael Süßer. Dabei nutzten die Tiere vor allem die Nacht – und das starke Licht könne ihnen schaden.

Zukunft des Rheinkometen ungewiss

Untersuchungen hätten gezeigt, dass 90 Prozent der Vögel, die einen Lichtkegel durchflogen, Verhaltensauffälligkeiten zeigten. Weil sich in unmittelbarer Nähe des Rheinturms das Naturschutzgebiet Rheinaue befindet, ist der BUND der Ansicht, dass der Rheinkomet eine landschaftsrechtliche Ausnahmegenehmigung benötigt. Zu Zeiten des Vogelflugs – also in Frühling und Herbst – lehnt man die Show generell ab. Darüber hinaus beklagt der BUND Energieverschwendung.

Der Düsseldorfer Stadtverband des NABU äußert ähnliche Bedenken insbesondere mit Blick auf Vögel. "Mit großer Sorge" verfolge man die Diskussion um eine "dauerhafte Installation und verstärkte Inbetriebnahme" der Lichtinstallation, heißt es in einer Mitteilung.

Ob und in welcher Weise der Rheinkomet weiter betrieben wird, ist unklar. Die private Stiftung DUS Illuminated hatte die vom Lichtkünstler Klaus Gendrung geschaffene Attraktion zum NRW-Tag im August finanziert. Viele Zuschauer waren begeistert, allerdings führte das helle und weit sichtbare Licht auch zu Beschwerden. Die Stadttochter IDR, in deren Besitz sich der Turm befindet, will eine dauerhaft nutzbare Stromleitung verlegen, um weiteren Betrieb zu ermöglichen. Das soll rund 100.000 Euro kosten. Damit der Komet weiter leuchtet, sind zusätzlich private Geldgeber notwendig. Auch die Stiftung will keinen täglichen Betrieb. Sie schlägt vor, den Kometen zu besonderen Events leuchten zu lassen.

Quelle: RP
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