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Düsseldorf
Rififi an der Berliner Allee, Teil 2

So haben Einbrecher den Juwelier an der Berliner Allee verwüstet
So haben Einbrecher den Juwelier an der Berliner Allee verwüstet FOTO: Uwe-Jens Ruhnau
Düsseldorf. Ein Einbruch, der an eine Tat im Jahre 2009 erinnert. Im aktuellen Fall waren die Täter an selber Stelle wie damals in das Juweliergeschäft eingestiegen. Das Loch in der Wand ist wieder zugemauert. Von Uwe-Jens Ruhnau

Cemal Ersoy lehnt auf dem Tresen. Das Glas der Vitrinen vor ihm: zerstört. Die Regale ringsum: leer. "Was noch übrig war an Schmuck, hat der Chef in eine andere Filiale gebracht." Der Angestellte ist traurig, würde gerne verkaufen, aber es ist schlicht nichts mehr da. "Das Silber haben sie liegengelassen oder auf den Boden geworfen", sagt der 43-Jährige, "das Gold haben sie mitgenommen. Wir sind geschockt."

Im Geschäft liege der Schaden bei 20.000 Euro, den Wert des gestohlenen Schmucks könne er nicht beziffern, mehr als 100.000 Euro sei er aber auf jeden Fall wert. Die Polizei weiß davon bislang nichts. Der Juwelier habe noch keine Schadensaufstellung abgegeben, ist aus dem Präsidium zu hören.

Cemal Ersoy im ausgeräumten Juweliergeschäft an der Berliner Allee. Offiziell ist der Laden wegen Umbaus geschlossen. FOTO: Uwe-Jens Ruhnau

Der Fall ist spannend, weil das Geschehen an Krimi-Klassiker wie Rififi erinnert - und weil es sich um eine Wiederholung handelt. Rififi, Teil zwei, lief ab wie die Premiere 2009: Die Täter sind durch die Rückwand des Verkaufsraums, die sich im Treppenhaus des Geschäftshauses an der Berliner Allee befindet, eingestiegen. Exakt an derselben Stelle. Dabei achteten sie sogar darauf, die Wasser- sowie die Heizungsleitung nicht zu beschädigen. Allein dieser Ablauf spricht dafür, dass jemand die Örtlichkeiten genau kannte. Im Geschäft rupften die Täter dann die Leitungen heraus, die zur Zentrale der Alarmanlage im Sanitärraum verliefen. Sie zogen die vier Kameras aus der Decke. Dann nahmen sie sich den Laden vor.

In das Juweliergeschäft wurde wohl in der Nacht von Samstag auf Sonntag eingebrochen. Die Ganoven drangen über ein Flachdach in das Haus ein, richteten in einer Arztpraxis im 1. Obergeschoss Schaden an. Auf der gleichen Ebene hat auch der Juwelier Räume. Die wurden verwüstet, und weil die Täter offenbar auch darunter im Erdgeschoss Räume des Preziosenhändlers vermuteten, schlugen sie im Treppenhaus ein Loch in die Wand. Auf der anderen Seite befand sich aber kein Schmuck, sondern der Kühlschrank einer Bäckerei - man hatte wohl zunächst auf die falsche Wand eingehämmert. Dieses Loch wurde gestern ebenso verputzt wie das richtige auf der Rückseite des Juweliergeschäfts.

Die Polizei wird mit dem Juwelier, der in Düsseldorf vier Läden betreibt, intensive Gespräche führen. Als sein Geschäft 2009 geplündert worden war, landete er drei Jahre später wegen versuchten Betrugs und Urkundenfälschung vor Gericht und wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Er hatte den Schaden damals auf rund 200.000 Euro beziffert, Kaufunterlagen sollen gefälscht worden sein. Der Juwelier zog vor das Landgericht, nahm die Berufung aber dann zurück.

Quelle: RP
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