Düsseldorf
RP-Diskussion: Was Düsseldorfer aufregt

Düsseldorf: RP-Diskussion: Was Düsseldorfer aufregt
Die Politiker Friedrich G. Conzen, Markus Raub, Norbert Czerwinski, Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Angelika Kraft-Dlangamandla (v.l.) im Gespräch mit Denisa Richters und Uwe-Jens Ruhnau. FOTO: Bauer
Düsseldorf. Die Fraktions-Spitzen der wichtigsten im Rat sitzenden Parteien waren gestern zu einer Podiumsdiskussion der Rheinischen Post ins Maxhaus gekommen. Themen: Verkehr, Finanzen und Wohnen in der Stadt. Von Hans Onkelbach

Das Fazit der Runde am Anfang: Wenn die im Rat sitzenden Politiker wissen wollen, was die Menschen in der Stadt tatsächlich bewegt, sollten sie häufiger in solche Runden kommen und das tun, was man so locker "dem Volks aufs Maul schauen" nennt. Denn im Grunde ist es ganz einfach, die Bedürfnisse der Menschen zu erkennen und auf sie einzugehen -einfach nur zuhören.

Als gestern die Fraktions-Spitzen der wichtigsten im Rat aktiven Parteien - Friedrich G. Conzen (CDU), Markus Raub (SPD), Norbert Czerwinski (Grüne), Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und Angelika Kraft-Dlangamandla - sich mit den RP-Redakteuren Denisa Richters und Uwe-Jens Ruhnau den Zuhörern im Max-Haus stellten, war schnell klar, was die Leute betrifft, interessiert und daher auch aufregt.

Dass die Rheinbahn am Tag rund 700 000 Menschen transportiert, ist eine präzise Zahl und wird gern referiert - aber der Düsseldorfer im Saal, der von Oberkassel in die Altstadt will, dafür die Rheinbahn nutzen möchte, aber dem der Anschlussbus vor der Nase wegfährt, der fragt zurecht, wie und ob man Einfluss nehmen kann auf die Fahrplangestaltung der Rheinbahn. Ihm entgegen zu halten, nicht jeder könne seinen individuellen Fahrplan haben, ist insofern ungünstig, weil vermutlich noch eine ganze Reihe anderer Leute dieses Problem auch haben.

Dass Düsseldorf von oben gesehen eine grüne Stadt ist, und dies viel mehr als vor 25 Jahren, ist Tatsache, aber wenn irgendwo in der Stadt Bäume fallen, ist das für die Menschen nicht erfreulich. Auch wenn man ihnen vorrechnet, wie viele Ersatzbäume gepflanzt werden. Wie viele andere Themen sieht jeder vor allem seine persönliche Betroffenheit und will dort abgeholt werden.

Daher kann es eine Zuhörerin, die in einer Elterpflegschaft engagiert ist, auch nicht wirklich beruhigen, wenn sie hört, dass die Stadt pro Jahr 30 Millionen Euro für Schulen ausgibt. Sie sieht ihre Kinder in (provisorischen) Containern unterrichtet und will das nicht, zumal die Klassen mit über 30 Jungen und Mädchen überfüllt sind.

Was auf den Nägeln brennt, sind die alltäglichen Probleme, zeigt der Abend: die Preise der Rheinbahn (für viele zu hoch), die Anbindung neuer Wohngebiete (zu schlecht), der Verkehr (zu viele Staus), die Schulen (eine wachsende Stadt braucht weitere Schulen, und zwar schnell!)

Dass die Parteien einmal mehr über die Frage streiten, ob Düsseldorf tatsächlich schuldenfrei ist, stößt dagegen auf viel weniger Interesse - zu abstrakt ist dieser Begriff offenbar. Da ist die Frage, wie und ob man mehr Fahrradwege bauen könnte, schon lebensnaher und von größerem Interesse. Wie die am Ende bezahlt werden, ist vielen egal - Hauptsache, sie stehen bald zur Verfügung.

Quelle: RP
 
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