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Aktion
RP-Leser entdecken Haus Bürgel

Aktion: RP-Leser entdecken Haus Bürgel
Rund 20 RP-Leser haben nach einer Verlosung an der Führung durch die Urdenbacher Kämpe mit Elke Löpke (m.) teilgenommen. FOTO: RALPH MATZERATH
Düsseldorf. Der Frühling ist da. Elke Löpke, Leiterin der Biologischen Station Haus Bürgel zeigte den Gewinnern unserer Verlosung gestern die ersten Frühlingsboten rund um das römische Kastell. Von Heike Schoog

"Igitt". Für Lars (11) ist die Sache klar. Das Scharbockskraut, das als eine der ersten Pflanzen seine gelben Blüten in die Sonne hält, schmeckt nicht. "Sauer. So pflanzlich", findet der Schüler, der den Ausflug mit seinen Nachbarn unternimmt.

Dabei ist das Kraut ganz nützlich. "Es ist eins der ersten Vitamin-C-Lieferanten", erläutert Elke Löpke, Chefin der Biologischen Station Haus Bürgel. "In Zeiten, in denen nicht jederzeit alles verfügbar war, fehlte den Menschen nach dem Winter häufig Frisches. Sie litten an Skorbut. Da kam die vitaminreiche Pflanze gerade recht." Die gelbblühende Pflanze eignet sich für Wildkräutersalat.

Lars probiert Scharbockskraut und verzieht das Gesicht. FOTO: Hieke Schoog

Elke Löpke führt die Leser-Gruppe von Haus Bürgel aus am Rand des Wäldchens entlang, zupft Kräuter und macht auf die Balzrufe des Kleibers aufmerksam. "Der Kleiber heißt so, weil er sein Nest, meist ausgediente Spechthöhlen, mit Lehm verschließt. Er ist der erste Vogel, der im Frühjahr den Balzgesang anstimmt. Und das kräftig, obwohl er so klein ist."

Den meisten sei er bekannt, weil er der einzige Vogel ist, der auch kopfüber den Baum herunter laufen kann. Während die Erwachsenen den Erläuterungen zum Auenwald und seiner Funktion lauschen, der inzwischen höchst selten ist und aus harten Holzarten besteht, spielen Dean (6) und Bennet (6) mit ihren Spazierstöcken, die sie im Wald gefunden haben - natürlich nicht Wandern.

Conrad (4) freut sich über Lämmer und Schafe im Stall von Familie Reuter. FOTO: og

Bei der Probe der Taubnesselblüten sind sie jedoch wieder dabei. "Ja. Lecker. Schmeckt süß". Conrad (4) findet die Blüten auch genießbar, denkt aber die ganze Zeit an die kleinen Lämmchen, die er auf dem Hof von Haus Bürgel gesehen und gestreichelt hat.

Was kaum einer weiß: Bei Familie Reuter, die neben dem Römischen Museum und der Biologischen Station auf Haus Bürgel beheimatet ist, stehen nicht nur Kaltblutpferde im Stall, sondern auch Schafe. Und die haben gerade süßen Nachwuchs bekommen, der sich auch im Hof frei bewegen kann und eigentlich nur darauf wartet, von den kleinen Besuchern bestaunt zu werden.

Ein Frühlingsbote fehlt der Biologin Löpke noch in der Sammlung. Sie zeigt während der Führung auf das Dach des Stalls. "Dort haben wir ein Storchennest vorgebaut", erläutert sie. "In der Hoffnung, dass sich endlich mal ein Paar hier niederlässt." Im vergangenen Jahr gab es eins, das das Nest ausprobiert hat, aber leider dann doch noch zum Brüten weitergeflogen ist." 1920, so erläutert Löpke, habe das letzte Paar auf den Dächern von Haus Bürgel gebrütet.

Vielleicht klappt's ja in diesem Jahr. . .

Quelle: RP
 
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