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Düsseldorf
RRX: Jetzt sind die Bürger gefragt

Düsseldorf: RRX: Jetzt sind die Bürger gefragt
Dutzende Anwohner der Gustav-Poensgen-Straße wehren sich gegen die geplante Lärmschutzwand. FOTO: andreas bretz
Düsseldorf. Seit dem 12. Juni liegen die Planfeststellungsunterlagen für den Abschnitt zwischen Reisholz und Wehrhahn offen. Jetzt haben Bürger die Möglichkeit, ihre Meinung zu den Plänen zu sagen. Von Nicole Kampe und Arne Lieb

Die Anwohner an der Strecke des geplanten Rhein-Ruhr-Expresses (RRX) sind besorgt. Sie fürchten, ihr Lebensumfeld könnte sich durch die Umbauten für die neuen Regional-Schnellzüge zwischen Ruhrgebiet und Rheinland drastisch verändern. Eine Bürgerinitiative hat sich formiert, seit die Planfeststellungsunterlagen für den Abschnitt zwischen Reisholz und Wehrhahn offengelegt wurden. In Angermund gibt es schon lange Protest.

Was genau steht in den Unterlagen?

Der RRX - neue Züge für fünf Regionallinien

29 Ordner umfassen die Dokumente, die seit dem 12. Juni bei der Stadt ausliegen oder online einsehbar sind. "Die Pläne sind kompliziert", sagt Dieter Sawalies (Die Linke), Politiker im Stadtbezirk 3 und Anwohner der Gustav-Poensgen-Straße. Wichtig ist, dass jeder Bürger die Unterlagen auf seine Wohnsituation bezieht, also schaut, welcher Baum markiert wurde, welche Höhe die Schutzwände erreichen können und wo die Gleise verlaufen sollen.

Wer bekommt Einsicht in die Pläne?

"Jeder darf sich die Unterlagen ansehen", sagt Sawalies, dafür muss er nicht einmal in Düsseldorf wohnen.

Gibt es eine Frist für Einwendungen?

Bis zum 17. Juli sind die Pläne ausgelegt, Einwendungen müssen bis zum 25. Juli bei der Bezirksregierung schriftlich eingegangen sein. Wichtig ist, dass Betroffene ein persönliches Schreiben aufsetzen. Je spezifischer das formuliert ist, umso besser könne die Bahn die Argumente aufnehmen, sagt eine Firmensprecherin.

Wovor haben die Menschen besonders Angst, wenn der RRX kommt? "Die größte Sorge ist, dass sich Lebensumfeld und -qualität verändern werden", sagt Dieter Sawalies. Weniger Bäume bedeuten schlechtere Luft, das habe Auswirkungen auf Mensch und Tier. Eine acht Meter hohe Mauer (Sockel und Wand) könnte zudem eine Verdunkelung und optische Verödung für das Viertel zum Beispiel an der Gustav-Poensgen-Straße zur Folge haben.

Wie wahrscheinlich ist es, dass das Planverfahren so umgesetzt wird?

"Es ist noch nichts beschlossen", sagt Dietmar Wolf (Grüne), stellvertretender Bezirksbürgermeister. Er warnt vor Panikmache. "Die große Wand aber geht gar nicht", sagt er. Sein Vorschlag: "Von der Hüttenstraße bis zur Oberbilker Allee gibt es ein Gleis, das nicht mehr gebraucht wird." Würde dort die Schutzwand entstehen, könnten alle Bäume gerettet werden.

Wie geht es weiter, wenn die Einwendungsfrist abgelaufen ist? Die Schreiben werden von der Bezirksregierung gesammelt und an die Deutsche Bahn Netz AG geleitet, dann setzt das Eisenbahnbundesamt einen sogenannten Erörterungstermin an.

Wie ist der Stand in Angermund? Die Unterlagen für den RRX-Umbau im nördlichen Teil der Stadt sind noch nicht eingereicht, das könnte im Herbst passieren. Eine Bürgerinitiative drängt weiter auf eine Einhausung, also eine überdachte und tiefergelegte Bahnstrecke - obwohl die Bahn dies wegen angeblicher Mehrkosten in Höhe von 450 Millionen Euro ablehnt. Die Initiative geht von deutlich geringeren Kosten aus und vermutet, dass die Bahn ihre Variante mit Schutzwänden durchsetzen möchte, indem sie die Alternative teuer rechnet. Auch CDU-Ratsherr Andreas Auler wirft der Bahn vor, keine ernsthafte Prüfung vorgenommen zu haben. Auler hat gestern zu einer Info-Veranstaltung geladen - und fordert eine aussagekräftigere Planung. "So kann man die Entscheidung nicht treffen."

Quelle: RP
 
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