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Düsseldorf
Lauf ohne Regeln

Run Happy Tour Düsseldorf: Lauf ohne Regeln
"Läuft bei uns", scheinen die Jogger in Neonfarben sagen zu wollen. Ihre Strecke führte sie gestern Abend auch durch die U-Bahn-Station an der Heinrich-Heine-Allee. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Joggen in Gemeinschaft, und zwar ohne Zeitmessung - darum geht es bei der "Run Happy Tour". Gestern machte die Aktion in Düsseldorf halt. Zehn Kilometer ging es für die 450 Teilnehmer über Straßen, Wege und durch U-Bahnhöfe. Von Laura Ihme und Nicole Lange

Wer gerne läuft, trägt Neonfarben. Das zumindest scheint mit Blick auf die Menschenmenge, die sich gestern Abend um kurz vor 19 Uhr vor dem Boui Boui Bilk versammelt hat, ein ungeschriebenes Gesetz unter den Sportlern zu sein. Ihr Ziel an diesem Abend: bei der "Run Happy Tour" zehn Kilometer quer durch die Stadt laufen. Gemeinsam. Ohne Wettkampf, ohne Zeitmessung und ohne Regeln.

"Laufen macht Spaß, vor allem, wenn man es gemeinsam tut. Das wollen wir unseren Teilnehmern beweisen und organisieren Läufe mit Strecken quer durch die Stadt, die man alleine so niemals laufen würde", sagt Ingo Engelhardt, der die "Run Happy Tour" im Auftrag der Sportschuh-Marke Brooks in insgesamt 15 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz organisiert. Längst hätten Joggingstrecken wie die allabendliche immer gleiche Runde durch den benachbarten Park ausgedient, ist Engelhardt überzeugt, stattdessen setzten immer mehr Hobbysportler aufs "Urban Running", also das Laufen im urbanen Raum. Dafür (und natürlich auch für die Sportschuhe) will er mit der Aktion werben. "Das Wichtigste ist dabei, dass es uns nicht um einen Wettkampf geht. Wir bleiben in einer Gruppe zusammen, das Tempo ist also relativ langsam, so dass jeder mitkommt. Und die Zeit wird auch nicht gemessen." Der Weg ist das Ziel, sozusagen.

Das kommt an: Auf Facebook haben gestern mehr als 700 Sportler ihre Teilnahme an dem Lauf zugesagt. "Unsere Erfahrung zeigt, dass davon immer so um die 40 Prozent auch tatsächlich kommen", sagt Engelhardt - und behält mit seiner Schätzung recht. Um die 450 Läufer positionieren sich vor dem Boui Boui Bilk, bevor der Lauf um Punkt 19 Uhr startet. Die meisten von ihnen sind schon erfahrene Hobbyläufer - ob langsam oder nicht, zehn Kilometer läuft ein ungeübter Läufer nicht so ohne Weiteres an einem Abend.

Gleich mit einer ganzen Gruppe (natürlich in Neonfarben) vertreten sind Yvonne Landmann und ihre Freundin Babs Schulz. Die beiden sind Mitglied bei den "Rheinpark Runners", einem lockeren Lauftreff, der sich einmal in der Woche zum Brückenlauf verabredet. "Wir fanden die Idee einfach toll, einen Lauf zu veranstalten, der quer durch die Stadt läuft, und haben auch mitgeholfen, die Strecke zu konzipieren", sagt Landmann. Stationen dieses Weges: die Hauptstraßen von Bilk, die U-Bahn-Station an der Heinrich-Heine-Allee, die Altstadt und das Rheinufer. Aber ist das überhaupt erlaubt, so ohne offizielle Anmeldung bei der Stadt? "Natürlich, wir sind weniger als 500, bleiben in einer Gruppe und halten uns an die Verkehrsregeln", sagt Engelhardt.

Dass der Lauf auch in Düsseldorf, der mittlerweile sechsten Station der "Run Happy Tour", so gut angenommen wurde, liegt für Sven Köcke auch im Zeitgeist begründet: "Im Moment ist es ja ohnehin angesagt, auf seine Gesundheit zu achten, sich gut zu ernähren und sich zu bewegen." Er ist an diesem Abend mit Andreas Habenbacher und seinen Kollegen vom Lauftreff in Grafenberg gekommen. Die beiden erhoffen sich auch neue Bekanntschaften aus der Laufszene, mit denen man vielleicht auch später noch einmal gemeinsam joggen kann. Gelegenheit zum Plaudern haben sie nach dem Lauf beim gemeinsamen Grillen vor dem Boui Boui Bilk.

Quelle: RP
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