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Düsseldorf
Rund 500 Gründungen seit dem Jahr 2010

Düsseldorf. Die Stadt will Start-ups besser fördern und Düsseldorf zur Gründermetropole machen. Ein eigenes Zentrum dafür kommt nicht. Von Thorsten Breitkopf

Kaum ein anderes Thema hat sich Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel so sehr auf die Fahnen geschrieben wie Unternehmensgründungen. Er möchte Düsseldorf zur Gründermetropole machen. Dabei gibt es bereits eine aktive Szene und diverse Förderangebote. "Die Stadt hat im Zeitraum 2010 bis 2014 insgesamt 961 Gründungsberatungen durchgeführt", sagte Uwe Kerkmann, Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung. Eine entsprechende Anfrage hatte die CDU-Fraktion im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Liegenschaften gestellt.

Die Beratungen hätten überwiegend in der Vorgründungsphase stattgefunden, so Kerkmann. Einen genauen Wert über die dann tatsächlich erfolgten Gründungen gebe es zwar nicht. "Erfahrungswerte besagen aber, dass ungefähr die Hälfte der Gründungsinteressierten den Schritt in die Selbstständigkeit dann auch tatsächlich realisiert." Teilweise erfolge dies als Nebenerwerbsgründung parallel zum ausgeübten Job.

Die Düsseldorfer Wirtschaftsförderung unterstütze die Gründer und Jungunternehmer durch die Vermittlung von Beratungskostenzuschüssen. "Im Rahmen der Gründungsberatung konnte seit 2010 eine Viertel Million Euro an Landeszuschüssen für die Überprüfung der Geschäftsidee an Existenzgründer vermittelt werden." Im gleichen Zeitraum habe die Wirtschaftsförderung für bereits gegründete Firmen in den ersten fünf Jahren der Geschäftstätigkeit knapp 1,9 Millionen Euro an Bundeszuschüssen zur Verfügung stellen können.

Dem Wunsch nach Einrichtung eines neuen Gründerzentrums erteilte Kerkmann eine Absage. Der Vorsitzende des Düsseldorfer Gründernetzwerks Start-up-Dorf, Hanns Tappen, hatte kürzlich in einem RP-Interview die Schaffung eines solchen Gründerzentrums gefordert. "Mit dem Life Science Center existiert bereits seit mehr als zehn Jahren ein Gründungszentrum, das besonders für die Ausgründungen aus der Heinrich-Heine-Universität geeignet ist", sagte Kerkmann. Der Flächenbedarf in der Start-up-Szene, insbesondere in der IT- und Kreativwirtschaft habe sich in den vergangenen Jahren erheblich geändert.

Nachholbedarf gebe es bei so genannten Co-Working-Angeboten. Dabei werden Gründern und Freiberuflern Arbeitsplätze und Infrastruktur (Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer, Besprechungsräume) auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis zur Verfügung gestellt. Co-Working ermöglicht die Bildung einer Gemeinschaft zum Ideenaustausch. Dabei bleibt die Nutzung jedoch unverbindlich und zeitlich flexibel. "Die bestehenden Co-Working-Angebote ,Garage Bilk' und ,Gewächshaus' decken nur einen Teil des Bedarfs ab. Um das Angebot zu erhöhen, prüft die Verwaltung, ob weitere Flächen für vergleichbare Angebote entwickelt werden können", sagte Kerkmann.

Die CDU hatte im Ausschuss gestern den Antrag gestellt, spezielle Co-Working-Angebote für gewerblich-technische Unternehmen seitens der Stadtverwaltung zu prüfen. Dabei geht es auch um die Bereitstellung von Maschinenteilen, Geräten und Metallen. Die Parteien des Ampel-Bündnisses lehnten den CDU-Antrag jedoch gestern ab. "Dafür ist es noch zu früh", sagte der Grünen-Politiker Jörk Cardeneo. Von der CDU hieß es, für Innovationen sei es nie zu früh.

Quelle: RP
 
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