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Düsseldorf
Russland-Freunde haben Freude an Ehrung

Düsseldorf. Ehrenpräsident und Gründer Albert Bitter feierte mit dem Deutsch-Russischen Freundschaftsverein den 25. Clubgeburtstag. Von Thorsten Breitkopf

Es gibt keinen lebenden Menschen, der die Städtepartnerschaft zwischen dem kleinen Düsseldorf und dem riesigen Moskau so geprägt wie Albert Bitter. Der ist fast 80 Jahre alt, wie er selbst sagt, war schon an der Börse, Verleger und Strippenzieher für alles mögliche - ein Schlitzohr jedenfalls, egal wie man zu ihm stehen mag. Und so verwundert es auch nicht, dass das Jubiläum, das der Deutsch-Russische Freundschaftsverein gestern auf der Rennbahn feierte, einen kleinen Haken hat. Denn eigentlich ist der Verein nicht 25, sondern 26 Jahre alt. Der Club wurde im Zuge von Glasnost und Perestroika in dem kommunistischen Großreich eigentlich als "Deutsch-Sowjetischer Freundschaftsverein" gegründet im Jahr 1990. Das Jubiläum bezieht sich nur auf die Umbenennung, beziehungsweise den Namenszusatz "Düsseldorf - Moskau 1991". Aber Schwamm drüber, das ist den Feiernden genau so egal wie die Tatsache, dass im Club heute 44 Mitglieder sind, von denen nicht ein einziger Russe ist. "Wir haben aber russische Ehrenmitglieder", sagt Bitter, lange Chef und heute Ehrenpräsident des Vereins. Ehrensachen sind Bitter wichtig, trägt er doch auch selbst stets das Bundesverdienstkreuz und eine Miniatur der Großen Verdienstmedaille der Russischen Föderation am Revers.

Angefangen hat alles mit Hilfsaktionen die Bitter und rund zehn weitere Düsseldorfer 1990 auf den Weg brachten. Bitter erzählt gern und lang von den Anekdoten der Russlandreisen, von medizinischen Geräten und anderen Hilfsgütern im Wert von 24 Millionen Euro. 16 Mal flog zwischen 1989 und 1996 eine Antonow-Frachtmaschine mit dem Nötigsten nach Moskau.

Dieses Engagement brachte Albert Bitter mit der Ehrenbürgerschaft Moskaus eine weitere Ehrung und Düsseldorf im Jahr 1992 eine weitere Städtepartnerschaft. Und weil immer nur geehrt zu werden nicht genug ist, ehren Bitter und seine Vereinsfreunde gerne auch andere. Oberbürgermeister Thomas Geisel etwa wurde gestern zum Ehrenmitglied des Deutsch-Russischen Freundschaftsvereins ernannt - so wie im Übrigen alle seine Vorgänger seit Bestehen des Clubs.

Heute braucht Russland keine humanitäre Hilfe aus Düsseldorf mehr. "Es geht darum, gerade in diesen Zeiten die Freundschaft zu Russland fern ab vom diplomatischen Parkett zu pflegen", sagt Stephan Brune, heutiger Präsident des Vereins. Denn von den politischen Spannungen zu Russland sei der Verein in keiner Weise betroffen.

Quelle: RP
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