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Düsseldorf
Sagenhaftes Benrath

Düsseldorf: Sagenhaftes Benrath
Elegant gekleidet wie zu Zeiten des Barocks, so stolzierten Künstler und Museumsführer durch Schloss und Park. FOTO: anne Orthen
Düsseldorf. Feudale Herrschaften, die vor und gerne auch mit begeisterten Zuschauern hochklassiges Varieté aufführen - mit ihrer Mischung aus Artistik und barockem Outfit zählen die Aristokraten jährlich zum Highlight des Barockfests in und um Schloss Benrath. Von Daniel Schrader

So kamen am Wochenende rund 7500 Besucher in den Schlosspark, um das abwechslungsreiche Programm bei historischem Ambiente zu erleben. Manche von ihnen gar selbst verkleidet.

Manu Verbraeken war mit seiner siebenjährigen Tochter Carice aus dem niederländischen Helmond angereist. Während er sich für die Architektur des Schlosses interessiert, lag das Augenmerk seiner Tochter auf etwas anderem: "Ich mag die vielen Prinzessinnen", erzählte sie. Deshalb war das erste Ziel der Familie ein kleiner Thron am Rande des Weihers, wo die junge Dame für das familiäre Fotoalbum posierte, bevor es weiter zur Greifvogelshow und anschließend einer Gondelfahrt über den Weiher ging. Neben dem großen kulturellen Angebot waren besonders die Führungen durch das Schloss beliebt, so dass die Besucher bis zu 30 Minuten dafür Schlange standen. Dafür hatten sich auch die Führer passend im barocken Stil gekleidet.

Verkleidete Menschen traf man an den beiden Tagen überall auf dem Gelände. Mit bis ins Detail verzierten Kleidern flanierte der Adel durch den Park und musterte in elitärer Attitüde seine bürgerliche Umgebung. So ließen es sich viele Besucher nicht nehmen, mit den kostümierten Herrschaften einen Schnappschuss machen zu lassen. Was wohl nur wenige der Gäste wussten: Nur ein Teil der barock gekleideten Leute waren Darsteller. "Jedes Jahr bekommen wir Anfragen aus ganz Deutschland von Leuten, die unser Fest verkleidet besuchen möchten", berichtete Lena Kawohl von der Stiftung. "Im Gegenzug für ihre mühevolle Verkleidung bieten wir ihnen dann kostenfreien Eintritt." Zu diesen kostümierten Besuchern gehörten auch Stephan Mrezar und Jessica Daniel, die aus dem Ruhrgebiet gekommen waren, da beide eine Begeisterung für das Barock samt seiner Geschichte und Kultur teilen. Ein kostspieliges Hobby, da die Günstigen unter den Kostümen rund 200 bis 300 Euro veranschlagen. Je aufwendiger, desto teurer Beim Barockfest waren die Beiden dieses Jahr zum ersten Mal. "Mir gefällt die unaufdringliche klassische Musik, die im Park gespielt wird", sagte Stephan Mrezar. Jedoch hätten sich die beiden an mancher Stelle mehr barocke Atmosphäre gewünscht. "Die Plastikzelte der Marktstände passen nicht ins Bild, Stoffzelte wären authentischer", sagte Jessica Daniel.

Ein Umstand, der auch Nicolas Maas, kaufmännischer Leiter der Schloss Stiftung, stört. "Nicht immer sind die Stände so, wie wir das vorher abgesprochen haben", sagte er. Insgesamt zeigte er sich jedoch zufrieden mit der Veranstaltung. Besonders am Sonntag seien durch das sonnige Wetter viele Besucher auf das Gelände gekommen.

Quelle: RP
 
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