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Umgestaltung der Innenstadt
Das sind die Entwürfe für die Düsseldorfer Schadowstraße

So könnte die Schadowstraße in Zukunft aussehen
So könnte die Schadowstraße in Zukunft aussehen FOTO: Bruun & Möllers
Düsseldorf. Wie könnte die Düsseldorfer Schadowstraße in Zukunft aussehen? Am Donnerstagabend haben mehrere Teams Entwürfe für die Neugestaltung der Einkaufsstraße vorgestellt. Heute entscheidet eine Jury, welches Konzept umgesetzt wird. Von Marcus Gülck und Denisa Richters

Wann die Schadowstraße neu gestaltet werden kann, steht noch in den Sternen - denn es hängt davon ab, wann bei Kö-Bogen II die Bauarbeiten auf dem Gustaf-Gründgens-Platz abgeschlossen sein werden. Vermutlich kann die Umgestaltung von Düsseldorfs umsatzstärkster Einkaufsstraße erst 2019 beginnen. Wie sie aussehen soll, wird aber jetzt schon erarbeitet.

Der Planungsausschuss im Rathaus hat dafür ein Wettbewerbsverfahren mit fünf interdisziplinären Teams aus Künstlern, Landschafts-, Verkehrs- und Lichtplanern beschlossen.

Die Vorgaben: Fußgängerzone mit einem (von vielen Düsseldorfern kritisierten) Radweg, Bäume und Sitzmöglichkeiten sowie die Erschließung des Parkhauses an der Bleichstraße. Am Donnerstag wurden die Konzepte vorgestellt, am Freitag wird sich eine Jury für eines davon entscheiden und der Politik empfehlen.

Bruun & Möllers Landschaftsarchitekten aus Hamburg erklären den gesamten Straßenraum zu Kunst, statten ihn mit gelben Loungesesseln, gastronomischen Pavillons, Bäumen und hohen Lichtmasten aus. Mülleimer und Fahrradständer werden "unauffällig integriert". Die Straße wird in Zonen geteilt: in der Mitte der Radweg, daneben die Entspannungsbereiche, an den Schaufenstern die Shoppingströme. Mittels Terrazzoasphalt sollen optisch deutlich sichtbare Inseln für Kunstinstallationen geschaffen werden. Mastleuchten sollen für gesetzte Akzente sorgen.

Cobe aus Berlin nimmt Gestaltungselemente des Kö-Bogens auf, bei Lichtstelen, Pflaster und der Möblierung. Auch hier wird die Straße in Zonen geteilt: in eine Laufzone an den Läden, eine "Flexzone" in der Mitte, die auch den Radweg beinhaltet, und in eine Relaxzone mit Sitzmöglichkeiten. Die Eingänge der gegenüberliegenden Geschäfte sollen korrespondieren, künstlerisch soll der Radschläger mit entsprechenden Elementen im Asphalt aufgenommen werden. Der Goldfinger-Brunnen soll mitsamt Rahmen als Sitzgelegenheit vor Karstadt errichtet werden, sowie schwere Metallstühle mit zweigeteilter Rückenlehne dauerhaft installiert werden.

Club L94 Landschaftsarchitekten aus Köln greifen die ursprünglichen Gebäude auf der Schadowstraße auf, die in der Gründerzeit großzügige Eingangshallen aufwiesen, die es seit der Nachkriegszeit nicht mehr gibt. Diese Funktion der "Eingangshalle" der Geschäfte soll nun die Straße übernehmen. Das Pflaster wird dem Muster eines Empfangsteppichs nachempfunden, auf eine "harte Zonierung" wird verzichtet. Es bleibt Raum zum Flanieren entlang der Schaufenster, es schließt sich ein Bereich mit einer Baumallee und Gastronomie an, der Radweg verläuft in der Mitte und ist durch Entwässerungsrinnen abgegrenzt. Der Goldfinger-Brunnen wird vor Karstadt aufgestellt. LED-Strahler sollen die Baumkronen senkrecht illuminieren.

Scape Landschaftsarchitekten aus Düsseldorf definieren mit einem Intarsienband den zentralen Bereich. Der Radweg wird mit einem Wechsel des Bodenmaterials für die Fußgänger "erfühlbar", was Konflikte minimieren soll. Daneben werden auf der nördlichen Seite Gastronomie und Fontänenfeld vorgesehen, auf der anderen Seite Bänke mit Rücklehnen. Bei den Bäumen wird auf Arten mit feinem Laub zurückgegriffen. Die Beleuchtung wird über die Straße gespannt. Zitate von Namensgeber Friedrich Wilhelm von Schadow sollen als Gedankenportrait eine literaturhistorische Leitlinie über die gesamte Straßenlänge bilden. Vier Kuben bieten in regelmäßigen Abständen gläsernen Pavillons mit gastronomischen Angeboten Platz.

WES GmbH Landschaftsarchitektur aus Hamburg greift die "in Länge, Breite und Höhe nahezu kathedralen Raumkompositionen" der Straße auf. Der Belag ist einheitlich und soll so Ruhe schaffen, ebenso die puristischen Sitzmöbel und Grünelemente. Den Tonhallen-Platz vor Karstadt überspannen "Himmelsspiegel", filigrane Leuchtelemente, die gleichzeitig als Kunstwerke fungieren, hinzu kommt ein großes, aber zurückhaltendes Wasserobjekt. Hochgewachsene Bäume sollen im westlichen Straßenteil ein Baumdach bilden. Die Straße überspannende LED-Leuchter mit sechs Meter Durchmesser sollen für eine grün-weiße Illumination sorgen, die sich so farblich am Baumdach orientiert.

Quelle: RP
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