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Düsseldorfer Innenstadt
Schadowstraßen-Händler wollen mehr Grün und Foodtrucks

Düsseldorfer Innenstadt: Schadowstraßen-Händler wollen mehr Grün und Foodtrucks
Das Baufeld des Gustaf-Gründgens-Platzes bis zur Kante an der Schadowstraße ist aus der Luft gut zu erkennen. Ebenso die Straßenverbindung bis weit in den Düsseldorfer Osten. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Die Händler der Einkaufsstraße wollen die Situation mit Pflanzkübeln und gastronomischen Angeboten verbessern. Im Frühjahr starten die Bauarbeiten für das Ingenhoven-Tal, und die Anlieger rechnen mit Lärm und Dreck. Von Uwe-Jens Ruhnau

Vor dem Schauspielhaus tut sich bald die Erde auf: Der Gustaf-Gründgens-Platz wird ein riesiges Loch. Die alte Tiefgarage wird abgerissen, es entstehen 650 neue Parkplätze und darüber das Ingenhoven-Tal. Ähnlich wie bei den Libes-kind-Bauten wird es - diesmal an der Tuchtinsel - eine mehrgeschossige Info-Box aus Containern mit Café und Aussichtsterrasse geben.

Von oben kann man dann verfolgen, wie an der Ecke Schadowstraße/Gründgens-Platz ein Shopping-Center mit einer 111 Meter langen Glasfassade und unterschiedlich hohen Kanten (19 bis 28 Meter) entsteht. Parallel zu den Gleisen der Rheinbahn ist ein dreieckiger Pavillon mit aufsteigendem, begrüntem und begehbarem Dach geplant. Beide Gebäude bilden gemeinsam ein Tal, durch das der Blick auf das Schauspielhaus fällt.

So könnte die Schadowstraße in Zukunft aussehen FOTO: Bruun & Möllers

Für die Schadowstraße wird die Zeit eine große Belastung. Denn die Lkw mit Schutt werden hauptsächlich über die Schadowstraße fahren. "Das wird brutal", sagt Johanna Groeneweg-de Kroon. Die Chefin des Kaufhofs führt die Anliegergemeinschaft City-Ring. Noch mehr als Lärm und Dreck fürchten die Händler die Dimensionen der Baustelle an sich. "Sie dehnt sich so sehr auf die Straße aus, dass Ortsfremde meinen könnten, die Schadowstraße höre mittendrin auf", sagt Groeneweg-de Kroon. Der Durchgang solle so groß wie möglich bleiben.

Nicht der einzige Wunsch der Anlieger: Die Kaufhof-Chefin hat sechs unterschiedliche Beläge auf der Straße gezählt und sich an den Kanten bereits zwei Paar Schuhe ruiniert. "Warum wird nicht für die kommenden drei Jahre eine durchgehende Schicht Gussasphalt aufgetragen?", fragt sie. Auch sollten mehr Bänke und Blumenkübel aufgestellt werden. So sei es mit der Stadtverwaltung besprochen, bislang sei zu wenig passiert. Die Kommunikation sollte verbessert werden, sagt Johanna Groeneweg-de Kroon und schlägt ein monatliches Treffen der Hauptbeteiligten vor. Die Händler selbst wollen für mehr Gastronomie sorgen und sind dafür mit der Firma Stockheim im Gespräch. An drei oder vier Stellen sollen bald Foodtrucks positioniert werden. Hintergrund: "Die Schadowstraße wurde in der letzten Passantenbefragung ganz gut bewertet", sagt die Kaufhof-Chefin, "Nachholbedarf gibt es aber bei Atmosphäre und Gastronomie."

Kaufhof-Chefin und City-Ring-Vorsitzende Johanna Groeneweg-de Kroon möchte die Situation auf der Schadowstraße verbessern. FOTO: Andreas Bretz

Der Baustart für das Ingenhoven-Tal ist noch nicht genau terminiert, März oder April sind wahrscheinlich. Baudezernentin Cornelia Zuschke ist in letzten Gesprächen mit Investor Centrum. Über Monate hatte es einen Konflikt wegen des Grundwassers gegeben. Wahrscheinlich kommt es nun zu der von Centrum favorisierten Variante eines zentralen Durchlasses. Die Grundwasserströme der kompletten Innenstadt wurden untersucht, jetzt stimmen sich die Gutachter beider Seiten final ab. Ist die Baugenehmigung erteilt, soll es umgehend losgehen mit dem Projekt, das auf eine halbe Milliarde Euro kalkuliert wird und im Herbst 2019 fertig sein soll. Die Bauweise ist raffiniert: Wegen drohenden Auftriebs muss in der Tiefe bereits verfüllt werden, um oben abreißen zu können.

Das Dreischeibenhaus bleibt über eine neue Straße parallel zu den Straßenbahngleisen erreichbar.

Lesen Sie hier den Kommentar unseres Autors Uwe-Jens Ruhnau: "Hilfe für die Schadowstraße"

Quelle: RP
 
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