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Düsseldorf
Schauspieler verpasst Aufführung von "Königsallee"

Düsseldorf. Zum dritten Mal hat der Schriftsteller Hans Pleschinski die Bühnenadaption seines Romans "Königsallee" im Schauspielhaus besucht - und erlebte einige Überraschungen. Schon der Beginn der Vorstellung am Freitagabend verzögerte sich. Dramaturg Oliver Held eilte herbei und klärte die Zuschauer auf: Yung Ngo, der Darsteller in der Rolle von Klaus Heusers Lebensgefährte Anwar, sitze im Zug auf freier Strecke zwischen Benrath und Hauptbahnhof fest. Regieassistentin Lisa Pätzold werde für ihn einspringen und den Text ablesen. Komme der Schauspieler, werde er einfach in seine Rolle springen.

Doch Yung Ngo tauchte während der ganzen zwei Stunden nicht mehr auf. Der Zug musste nach einem Personenschaden evakuiert werden - und die Regieassistentin für die ganze Vorstellung einspringen. Rund 50 späten Gäste berichtete der Autor anschließend im "Nachtcafé" von einer weiteren Überraschung. Er war erstaunt, dass Erika Mann nun von Stefanie Rösner gespielt wurde: "Ach so, Claudia Hübbecker ist schwanger? Davon wusste ich nichts." Am Urteil des Autors änderten die Umbesetzungen aber nichts. Er bekräftigte das gute Gefühl, das er von Anfang an hatte. Wohl aber hatte er "Verschiebungen in der Stimmung und Sekundenbruchteile der Routine" im Vergleich zu den ersten Aufführungen erspürt. Ob es ihn nicht schmerze, wenn seine Figuren anders akzentuiert werden als im Roman? "Ich mische mich da nicht ein. Meine Bücher sind wie Kinder. Die dürfen sich austoben."

Wer das Stück erleben möchte, hat nur noch eine Gelegenheit: Am 27. Dezember wird "Königsallee" zum letzten Mal gespielt - dann wohl wieder mit vollem Ensemble.

(go)
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