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Düsseldorf-Süd
Schnelle Hilfe für Flüchtlingskinder

Düsseldorf-Süd: Schnelle Hilfe für Flüchtlingskinder
Emmanuel (l.) und Samir aus Albanien sind schon komplett mit den Fußballtrikots der SG Benrath-Hassel ausgestattet und freuen sich aufs Sommercamp.
Düsseldorf-Süd. Die SG Benrath-Hassels hilft unkonventionell und hat dabei die Behörden einfach übergangen. Auch der SFD hat Sportangebote für Flüchtlingskinder. Der Sportkoordinator der Diakonie hat mit dem Verein Kontakt aufgenommen. Von Birgit Wanninger

Er ist immer beschäftigt und aktiv: Andreas Klose, ehrenamtlich zuständig fürs Marketing bei der SG Benrath-Hassels. Und er hilft gerne. So auch den Flüchtlingen in den Asylunterkünften in Benrath. Und das hat er ganz unbürokratisch gemacht, hat sich beispielsweise beim Pförtner der Asylunterkunft an der Benrodestraße angemeldet und schon hatte er Kontakt zu den Menschen.

Jürgen Kreyer (Vizepräsident Fußball Verband Niederrhein, 2.vl.) lobte Andreas Klose (daneben) und die SG Benrath-Hassels für ihre Integrationsarbeit. Mit dabei (v.l.) die Fußballer aus Ghana: Ibrahim (v.l.), Aladdin und Kinsley. FOTO: privat

Drei Ghanaer im Alter von 18 bis 23 Jahren, deren Asylanträge laufen, trainieren inzwischen mit den Senioren beim Fußball. Mehr noch, und das berichtet Klose nicht ohne Stolz: Die Drei bekommen vielleicht sogar eine Spielberechtigung und dürfen künftig am laufenden Liga-Betrieb teilnehmen. "Wir haben eine Sondergenehmigung beantragt", sagt er.

Vier Jungs aus Pakistan und Albanien im Alter von sechs bis neun Jahren nehmen seit gestern am Fußball-Sommercamp der SG Benrath-Hassels teil. Sie leben in der Asylunterkunft an der Hospitalstraße. Auch dort ist Andreas Klose inzwischen regelmäßig zu Gast - um zu helfen. Er ist gut vernetzt, und mit Unterstützung des Sportvereins hat Supram Naeem ein Kindergartenplatz bekommen. "Der sechsjährige Pakistani geht seit Montag dorthin und freut sich riesig", sagt Klose.

Die Fußballer hat der Verein längst mit Trikots ausstaffiert. Und wenn es zum Training auf den Platz geht, holt Klose oder jemand anders von der SG die Kinder ab und bringt sie von der Platzanlage Am Wald auch wieder zurück in ihre Unterkunft. Sogar ein Fahrrad hat die SG Benrath-Hassels zur Verfügung gestellt, "und wir haben den Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln erklärt", sagt Klose. Sein aktuelles Problem: Jetzt fehle ein Fernseher für die Hospitalstraße, denn der alte sei vergangene Woche kaputt gegangen. Inzwischen sprechen die Asylbewerber, mit denen Klose Kontakt hat, auch schon passabel Deutsch. "Sie alle besuchen Deutschkurse", sagt er. Notfalls könne man sich mit ihnen auch auf Englisch verständigen, bei den Albanern gab es anfangs einen Dolmetscher.

Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen FOTO: RP

Es tut sich was zwischen den Sportvereinen und den Flüchtlingen. Inzwischen auch bei der Diakonie mit dem SFD. Der Koordinator für Sportvereine bei der Diakonie, Oliver Targas, hat jetzt mehrfach mit der Geschäftsführerin des SFD, Andrea Haupt, telefoniert.

Haupt hatte vor mehr als einem Monat Plätze in den Sommercamps (Fußball und Basketball) für Flüchtlingskinder angeboten und auch Plätze frei gehalten für die SFD-Aktion "Fun for Kids". Doch vom Verbindungsmann der Diakonie für die Sportvereine hatte sie nichts gehört und deshalb gegenüber der Rheinischen Post ihren Unmut geäußert.

Fürs Sommercamp, das gestern begonnen hat und bis Donnerstag dauert, können beim SFD keine Flüchtlingskinder mehr untergebrachte werden. Auch beim SFD funktioniert die unkonventionelle Zusammenarbeit. In der ersten Mannschaft trainieren und spielen bereits zwei Flüchtlinge mit. "Alles klappt super", sagt Trainer Mario Kentschke. Integration sei kein Thema, sondern selbstverständlich.

Düsseldorf: Hier sollen Flüchtlinge untergebracht werden FOTO: dapd, dapd
Quelle: RP
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