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Mein Laden Rothbild
Schön hier!

Mein Laden Rothbild: Schön hier!
Isabella Roth in ihrem schnuckeligen Atelier an der Ackerstraße 215, das Arbeitsplatz und Verkaufsraum in sich vereint. Das Sofa muss aber wohl bald raus. FOTO: Marc Ingel
Düsseldorf. Isabella Roth ist Illustratorin für Bücher oder die Werbung. Als sich vor einem Jahr die Gelegenheit bot, ein Ladenlokal an der Ackerstraße zu mieten, griff sie zu. Auf 18 Quadratmetern verkauft sie nun auch Kissen, Keramik und Kacheln. Von Marc Ingel

Flingern Isabella Roth hat schon als Mädchen gerne gemalt, gezeichnet und zu ersten Ausstellungen geladen. Da als Leinwände die Wände des Kinderzimmers dienten, waren die Eltern mit dem bunten Treiben ihrer Tochter irgendwann nicht mehr so einverstanden. Doch Isabella ließ sich nicht beirren, ging ihren Weg. Ein Schlüsselerlebnis hatte sie als Praktikantin bei Grey, als ein Fotograf seine Mappe öffnete. "Das war wie eine Schatzkiste." Isabella Roth studierte Kommunikationsdesign in Essen und Berlin mit Auslandssemester in London und ist inzwischen eine anerkannte Illustratorin für Bücher, oft Schulbücher, Zeitschriften oder die Werbung. So viel zur Vorgeschichte.

Vor etwas mehr als einem Jahr fragte die befreundete Goldschmiedin Christiane Wink die inzwischen in Grafenberg wohnende Mutter von zwei Töchtern, ob sie nicht den kleinen Laden neben dem ihren an der Ackerstraße mieten wolle, der würde leer stehen. Sie müsse halt nur das Schaufenster schön gestalten. "So etwas brauchte ich eigentlich nicht wirklich, da ich vor allem mit Verlagen zu tun habe oder Jobs über meine Agentin beziehe. Aber irgendwie fand ich den Gedanken dann mit der Zeit immer charmanter", erzählt Isabella Roth.

Und so bezog sie die 18 Quadratmeter an der Ackerstraße 215 und verwirklichte dort eine Symbiose aus transparentem Arbeitsplatz einer Illustratorin mit einem Mini-Geschäft. Die 50-Jährige hat mit Frank Walber den Kinderstadtplan für Düsseldorf kreiert oder mit Michael Brockerhoff das amüsante lokale Geschichtswerk "Die Stadt der Ringe" herausgeben. Aber Roth "bemalt" auch Postkarten und andere Papierprodukte. Und sie hat prinzipiell ein Gespür für Schönes, das es nicht an jeder Ecke zu kaufen gibt. Daher bietet sie in "Rothbild", so der Name ihres Ladens, auch Handsiebdrucke auf Textilien von Frohstoff in Hamburg, Becher und Schalen von Avenida Home Company aus Bath in Großbritannien oder humoristische Geschichten erzählende Kacheln von Story Tiles aus den Niederlanden an. Alles zusammen funktioniert irgendwie auf engstem Raum, und so zitieren Besucher unbewusst den Titel des ganz frisch erschienenen Buches von Elisa Buberl, zu dem Isabella Roth die Illustrationen beigesteuert hat: "Schön hier!" Inspiration holt sich die Designerin auf der Messe "Maison et Objéts" in Paris.

Was plötzlich ganz neu war für Isabella Roth: "Der direkte Kundenkontakt. Bei ,Flingern at Night' zum Beispiel stand plötzlich eine junge Frau im Laden mit einem Privatauftrag. Das mache ich dann jetzt halt auch." Ansonsten sei das Stück der Ackerstraße zwischen Dorotheen- und Cranachstraße eher ruhig. "Es ist nicht so, dass hier jeden Tag ein Dutzend Kunden reinkommen", sagt die 50-Jährige.

Begonnen hat sie "ohne Plan, mit Möbeln, die noch irgendwo herumstanden". Doch jetzt, nach einem Jahr, will Roth alles ein weniger strukturierter angehen, sich ein größeres Regal beschaffen und wohl auch das eigentlich schöne weiße Sofa verbannen, um Platz zu gewinnen. Ein Treffpunkt für das Viertel soll "Rothbild" an der Ackerstraße aber bleiben, unterstreicht die Illustratorin. Es sind vor allem Frauen, die reinschauen, um zu plaudern, zu kaufen, Dinge anzustoßen. Nicht immer nur schöne, auch durchaus ernste. Aber die primäre Mission bleibt für Isabella Roth natürlich bestehen: "Die für das gute Bild."

Quelle: RP
 
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