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Berliner Allee in Düsseldorf
Unfälle mit Autos und Bahnen werden zum Dauerproblem

Düsseldorf: Straßenbahn kollidiert mit Auto auf der Berliner Allee
Düsseldorf: Straßenbahn kollidiert mit Auto auf der Berliner Allee FOTO: Jens-Uwe-Ruhnau
Düsseldorf. Auf der Berliner Allee in Düsseldorf häufen sich Kollisionen zwischen Autos und Straßenbahnen. Ein Hauptgrund dafür ist verbotenes Linksabbiegen. Die Stadt hat kürzlich legale Alternativen an zwei zentralen Kreuzungen abgeschafft. Von Arne Lieb

Erneut hat ein Düsseldorf-Besucher am Samstag einen Unfall mit einer Straßenbahn verschuldet. Der 53 Jahre alte Mann aus dem Kreis Düren zog auf der Berliner Allee in Richtung Norden mit seinem Mercedes nach links auf die Gleise der Straßenbahn in der Mitte der Fahrbahn - und wurde von einem Zug der Linie 701 erfasst, der sich von hinten näherte.

Warum der Mann auf die Gleise fuhr, ist noch unklar. Laut Polizei gab er an, dass er anhalten wollte, weil er die Übersicht verloren hatte. Die Stelle legt allerdings auch die Vermutung nahe, dass er verbotswidrig links in die Grünstraße abbiegen wollte. Das hatte erst vor drei Wochen ein US-Amerikaner an selber Stelle versucht. Dieser Vorfall hatte schwerwiegendere Folgen: Der Mann hatte damals ebenfalls eine von hinten kommende Bahn übersehen, sein Mercedes wurde gegen eine 22 Jahre alte Fußgängerin geschleudert, die schwer verletzt wurde.

Es sind Düsseldorf-typische Unfälle: Durch die Straßenbahnschienen in der Mitte der Fahrbahn lässt sich in der Innenstadt oft über lange Strecken nicht legal links abbiegen oder wenden. Immer wieder übersehen Autofahrer, die es trotz Verbot versuchen, die mit hoher Geschwindigkeit heranfahrenden Züge.

"Das ist brandgefährlich"

Eine Gesamtauswertung zu aktuellen Unfällen haben weder Rheinbahn noch Polizei vorliegen. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Rheinbahn 136 Unfälle mit Straßenbahnen, eine leichte Steigerung zum Vorjahr (127). In rund 80 Prozent der Fälle sind die Bahnfahrer unschuldig. Einer der häufigsten Auslöser sind Fahrfehler von Autofahrern, insbesondere beim Linksabbiegen. Das betrifft nicht nur Auswärtige, sondern auch Einheimische, die das Verbot gut kennen, aber Zeit sparen wollen, sagt Rheinbahnsprecher Eckhard Lander. "Darunter sind auch Autofahrer mit langer Fahrpraxis."

Das Verkehrsunternehmen und die Polizei betrachten die Unfälle mit besonderer Sorge, weil von den Bahnen eine erhebliche Kraft ausgeht. "Das ist brandgefährlich", sagt Polizeisprecher André Hartwich. Eine einfache Lösung gebe es aber nicht, meint Hartwich. An vielen Stellen wiesen Schilder explizit auf das Verbot von Linksabbiegen und Wenden hin. "Trotzdem machen das immer wieder Autofahrer."

Die städtischen Verkehrsplaner schränkten derweil trotz des Problems die legalen Alternativen für das Linksabbiegen in der Innenstadt zuletzt ein. Seit im Frühjahr die Kreuzung neu gestaltet wurde, darf man von der Berliner Allee nicht mehr links in die Graf-Adolf-Straße einbiegen. Der Grund ist, dass dort neuerdings mehr Straßenbahnen verkehren. Wer abbiegen will, muss weiter fahren zur Hüttenstraße.

An der ebenfalls neu gestalteten Kreuzung am Wehrhahn wurde der Linksabbieger zur Worringer Straße gestrichen. Wer dorthin gelangen will, muss in Richtung Wielandstraße weiterfahren und an einer Ampel drehen. Grund sei die Zeitersparnis für andere Verkehrsteilnehmer, sagt Holger Odenthal, stellvertretender Leiter des Amts für Verkehrsmanagement. "Ohne die Linksabbieger kann die Kreuzung besser abgewickelt werden." Allerdings halten sich offenbar viele Autofahrer nicht daran: Inzwischen hat die Stadt zwei Poller am Wehrhahn aufgestellt, um das verbotswidrige Linksabbiegen zumindest zu erschweren.

Lesen Sie hier einen Kommentar zu der Unfallstelle: "Vielleicht helfen nur mehr Poller"

Quelle: RP
 
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