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Düsseldorf
Schüler engagieren sich für Afrika

Düsseldorf: Schüler engagieren sich für Afrika
Im Gespräch: Afrikaner und Schüler der Benrather Realschule (v. l.): Loubna El Ouakili (15), Lifa Sibuyi (19), Mert Simsek, Senzo Dube (25) FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. In der Realschule Benrath startete NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann die deutschlandweite Kampagne der "Aktion Tagwerk". Dort spielt der Kontinent ganzjährig eine große Rolle. Zwei Südafrikaner berichteten von ihrem Alltag. Von Sebastian Kalenberg

Für Mert ist die Sache klar. "Es gibt viel soziale Ungerechtigkeit auf der Welt. Unsere Aufgabe ist es, zu helfen", sagte der Junge, der trotz seiner 14 Jahre ein gutes Gespür für Missstände hat. Dabei hat ihm seine Benrather Realschule geholfen, die seit Jahren an der Kampagne "Dein Tag für Afrika" teilnimmt. Die bundesweite Aktion geht bereits in ihr 15. Jahr. Schüler in ganz Deutschland werden dazu aufgerufen, einen Tag jobben zu gehen. Der damit verdiente Lohn wird im Anschluss für Bildungsprojekte in fünf afrikanischen Länder gespendet.

Gemeinsam mit NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann gab die "Aktion Tagwerk" am Freitag in der Realschule, die bereits zum neunten Mal teilnimmt, den Startschuss für den diesjährigen Tag in zwei Monaten. "Das Projekt ist hier besonders vorbildlich in den Schulalltag eingebunden", lobte die Grünen-Politikerin und Schirmherrin der Aktion das Engagement der Schule von Rektor Norbert Erven. "In einer Welt, in der Egoismus immer mehr um sich greift, ist es unsere Verpflichtung, den Kindern neben Deutsch und Mathematik auch das Gespür für soziale Verantwortung zu vermitteln", sagt der Pädagoge.

Dafür ist der Lehrplan der Realschule unter anderem auch am "Tag für Afrika" orientiert. In Religion, Ethik und Islamkunde beschäftigen sich die Kinder das ganze Schuljahr über mit dem Kontinent Afrika und seinen besonderen Problemen beim Thema soziale Ungerechtigkeit. Das haben in den letzten Jahren auch Mert Simsek (14) und Loubna El Ouakili (15) gemacht. Am Tag selber haben die beiden dann ebenfalls in einem der teilnehmenden Unternehmen gearbeitet, und sich sehr über das verdiente Geld gefreut, das sie mit einem guten Gewissen spenden konnten. "Ich war im Einzelhandel tätig", beschreibt Loubna ihre Erfahrungen. "So konnte ich zum einen den Kindern in Afrika helfen, zum anderen aber auch selber noch Eindrücke im Berufsalltag sammeln. Es hat mir viel Spaß gemacht."

In diesem Jahr wird die 15-Jährige wieder an der Aktion teilnehmen. Auch Mert freut sich auf den 20. Juni: "Im vergangen Jahr war ich in einer Zahnarztpraxis für 8,50 Euro Stundenlohn tätig. Ich habe einen spannenden Einblick in die Arbeit der Praxis bekommen und konnte das Geld dann spenden." Der Neuntklässler blickt bereits weit über den Tellerrand hinaus und weiß über die teilweise katastrophalen Zustände in Afrika gut Bescheid. "Wir leben in einer Welt, in der nicht alle Kinder zur Schule gehen können. Es ist schön, so einen Teil zur Hilfe beitragen zu können."

Dass die beiden jungen Schüler der Benrather Realschule schon einiges über Afrika gelernt haben, zeigen sie im Gespräch mit Senzo Dube (25) und Lifa Sibuyi (19). Die beiden stammen aus der nordrhein-westfälischen Partnerprovinz Mpumalanga in Südafrika und unterstützen die "Aktion Tagwerk" in diesem Jahr als Volontäre. "Die Schulsituation in Deutschland und Südafrika ist so unterschiedlich. Hier ist alles immer so groß", sagt der engagierte Südafrikaner auf Englisch. Dube ist begeistert vom Projekt und die große Unterstützung. Allein in NRW haben im vergangenen Jahr 80.000 Kinder von 215 Schulen teilgenommen, die Benrather Schule hat seit Start der Aktion stolze 33.000 Euro für Bildungsprojekte in Afrika spenden können. "Ich hoffe, die Aktion wird in den nächsten Jahren beibehalten", ergänzt Loubna.

Quelle: RP
 
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