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Düsseldorf
Schüler im Online-Austausch mit Israel

Düsseldorf: Schüler im Online-Austausch mit Israel
Nicholas Astalosch (15), Kolja Nemeth (16) und Tim Begere (17, v.l.) arbeiteten sechs Wochen lang an einem Kurzfilm über die Wehrhahn-Linie. FOTO: A. Bretz
Düsseldorf. Zehntklässler der Anne-Frank-Realschule in Flingern nehmen an einem deutsch-israelischen Wettbewerb zum Thema nachhaltige Mobilität teil. Dabei entwickeln sie gemeinsam Ideen zu Verkehrskonzepten der Zukunft. Von Sven-André Dreyer

Mobilität ist die Voraussetzung für Wohlstand, individuelle Freiheit und eine hohe Lebensqualität. So sieht das jedenfalls Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Seine Worte weisen der Anne-Frank-Realschule in Flingern die Richtung. Denn Dobrindt ist Schirmherr des deutsch-israelischen Wettbewerbs "Mobile Ideen für Morgen". 24 Zehntklässler der Schule in Flingern nehmen daran teil. Gefragt sind zukunftsträchtige, grenz- und kulturüberschreitend entwickelte Ideen für besonders nachhaltige Verkehrskonzepte.

Über eine Online-Plattform wurde Lehrerin Liz Ketzer-Eiling im Herbst auf das vom Jüdischen Nationalfonds Keren Kayemeth LeIsrael (JNF-KKL) ausgerichtete Projekt aufmerksam. Kurzerhand meldete sie ihre Schüler an. Damit verknüpft die 56-Jährige, die schon häufiger Israel besucht hat, gleich mehrere Fächer miteinander. Im Sozialwissenschaftsunterricht behandelt sie das Thema Nachhaltigkeit, den Umgang mit digitalen Medien lehrt sie dagegen im Fach Informatik. Dass es innerhalb des Wettbewerbs zu einer - vorerst digitalen - Begegnung mit Schülern und auch einem Austausch mit Lehrern aus Israel kommt, hat die Pädagogin zusätzlich motiviert.

"Von den Schülern wird eine hohe Team- und Leistungsfähigkeit erwartet", sagt Ketzer-Eiling. Ein Aspekt, der die Schüler auch auf ihre bevorstehende Berufstätigkeit vorbereiten soll. In sechs Gruppen aufgeteilt beschäftigten sich die Schüler mehrere Wochen mit der Frage, wie umweltschonende Verkehrskonzepte in Düsseldorf umgesetzt werden können. Während sich eine Gruppe der Elektromobilität widmete, beschäftigten sich andere mit Inhalten wie dem Radwegenetz der Stadt oder stellten Verkehrsvergleiche zwischen Düsseldorf und Istanbul an. Aber auch die viel diskutierten Seilbahnpläne, die den Stadtteil Knittkuhl besser an den öffentlichen Nahverkehr anbinden sollen, sowie schwebende Skateboards (Hoverboards) gehören zu den Arbeiten der Schüler. Gleich zwei Gruppen widmeten sich dem Thema der gerade erst gestarteten Wehrhahn-Linie. Dabei untersuchten Tim Begere (17), Kolja Nemeth (16) und Nicholas Astalosch (15) unter anderem die Frage nach der Oberflächengestaltung der Friedrich- und der Elisabethstraße nach Fertigstellung der neuen U-Bahnstrecke. "Wir stellen uns schon die Frage, ob neue Straßen das Autofahren in der Stadt nicht doch wieder attraktiver machen."

Ziel des Wettbewerbs ist es, eigenständig Kurzfilme von bis zu zehn Minuten Länge zu gestalten. Diese können bald auch auf dem Videoportal Youtube hochgeladen werden. Geholfen haben den Schülern zwölf E-Learning-Module. Für die Jungen und Mädchen war das nicht immer leicht, denn einige der Filme sind auf Hebräisch verfasst und nur mit deutschen Untertiteln versehen. Auch die Korrespondenz mit israelischen Schülern fiel aufgrund sprachlicher und technischer Barrieren mitunter schwer. Und weil die Rechner im Computerraum der Schule in Sachen Leistungsfähigkeit rasch an ihre Grenzen stießen, arbeiteten einige Schüler lieber gleich Zuhause am eigenen PC.

Gehören die Schüler aus Flingern zu den ersten drei Gewinnergruppen in Deutschland und in Israel dürfen sie für eine Woche das jeweils andere Land besuchen. Ihre Lehrerin drückt jetzt erstmal ganz fest die Daumen.

Quelle: RP
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