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Düsseldorf
Schüler lassen einen Staubsauger rauchen

Düsseldorf. Für einen Wettbewerb experimentierten Schüler der Joseph-Beuys-Gesamtschule mit E-Zigaretten. Von Oliver Burwig

Sind so genannte E-Zigaretten und E-Shishas weniger schädlich als ihre herkömmlichen Varianten? Das wollten Schüler der Joseph-Beuys-Gesamtschule wissen. In ihrer Freizeit testeten die angehenden Neuntklässler vor den Ferien mehrere Wochen lang elektronische und herkömmliche Glimmstängel auf Schadstoffe. Mit dem Projekt gewannen sie bereits einen Regionalentscheid, bei dem sie sich als einzige Gesamtschule für "Schüler experimentieren" qualifizierten, einem "Jugend forscht"-Wettbewerb für Schüler unter 16 Jahren.

Lehrer und Projektleiter Nuri Abacilar ist stolz auf die Arbeit seiner Schützlinge: "Wir machen hier keine Spitzenforschung. Mir geht es darum, dass die Schüler lernen, eine Sache zu Ende zu bringen und die Ergebnisse zu präsentieren." Das soll dabei helfen, ein gesundes Selbstvertrauen aufbauen, an dem es Gesamtschülern mitunter fehle. Jedes Jahr bietet Abacilar deshalb ein Forschungsprojekt an. Zuletzt untersuchten Schüler, wie viel Fett in Fast-Food-Mahlzeiten steckt. "Wir wollen damit die guten Schüler fördern", sagt Abacilar.

Die Apparatur, mit der Victoria Kordulla und Gop Paman die Zigaretten und Shishas testeten, besteht aus einem Rohr, in das das Rauchmittel gesteckt wird. "Wir können nicht selbst ziehen, deswegen lassen wir einen Staubsauger rauchen", erklärt Victoria. In einer Röhre zwischen Zigarette und Sauger befindet sich ein Stück Watte, in dem sich die Schadstoffe absetzen, chemische Farbindikatoren machen sie für das Auge sichtbar. Bei einigen Schadstoffen ist das allerdings gar nicht nötig: Dunkelbraun sind die Wattebäusche, in denen sich der Teer aus den herkömmlichen Zigaretten abgesetzt hat.

Der Vergleich zeigt, dass die elektronischen Pendants der Tabakwaren beim Rauchen weniger Schadstoffe abgeben. Von den vier untersuchten Stoffen - Aldehyd, Kohlenmonoxid, Teer und Nikotin - ist in E-Shishas kein einziger nachweisbar. Entwarnung geben wollen die beiden 14-Jährigen aber nicht. "Wir haben ja nur vier von 200 Schadstoffen untersucht", sagt Victoria. Zudem würden E-Zigaretten die Gefahr bergen, dass Jugendliche zum echten Produkt übergehen.

Quelle: RP
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