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Schützen in Düsseldorf-Lohausen
Der Mann hinter den Rechnungen

Schützen in Düsseldorf-Lohausen: Der Mann hinter den Rechnungen
Toben Heinz begleicht beim Möschesonntag bei Elke Jährling die Getränkerechnung. Nur eine seiner vielen neuen Aufgaben. FOTO: A. Endermann
Düsseldorf. Torben Heinz ist der neue Schatzmeister der Lohauser Schützen. Was er nun zu tun hat und wie viel manches kostet, hat ihn überrascht. Sein junges Alter sieht er dabei nicht als Nachteil. Im Gegenteil: Er will sich um Nachwuchs bemühen. Von Julia Brabeck

Es ist eine lange Liste, die Sabine Audi an Torben Heinz übergeben hat. Der 24-Jährige hat Anfang des Jahres von ihr das Amt des Schatzmeisters bei der St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1849 Lohausen übernommen und kann nun in der langen Aufstellung nachlesen, zu welchem Zeitpunkt welche Aufgaben fällig sind. Am Anfang des Jahres muss er beispielsweise den Kassenbericht erstellen, für den St. Martinszug im November, der traditionell von den Schützen organisiert wird, einen Krankenwagen und die Blaskapellen bezahlen und nach der Seniorenweihnacht die Rechnung in der Gastwirtschaft begleichen.

Am meisten hat der Lohauser aber rund um das Schützenfest, dem Höhepunkt des Schützenjahres, zu tun. Dieses wird wieder am Wochenende von Samstag, 19. August, bis Dienstag, 22. August, an der Lohauser Dorfstraße gefeiert. Im Vorfeld muss der Schatzmeister bereits viel organisieren, etwa Musikverträge prüfen, Gelder überweisen, Präsente besorgen und Blumensträuße und ein Kranz für das Kriegerdenkmal bestellen. "Ich bin aber nicht nur für die Kasse zuständig, sondern auch Mitglied im Vorstand und habe deshalb auch viele repräsentative Aufgaben zu erledigen", sagt Heinz.

Vor zehn Jahren ist er zu der Schützengemeinschaft gestoßen. "Ich habe die Fahnenschwenker gesehen und fand die ganz toll und wollte dort mitmachen." Inzwischen gehört Heinz der Gesellschaft Reserve an und als Anfang des Jahres der Posten des Schatzmeister neu besetzt werden musste, hat er nach gründlicher Überlegung zugesagt. "Denn das ist ja schon ein Amt mit großer Verantwortung. Aber Zahlen und Tabellen liegen mir und ich arbeite gerne damit."

Überrascht war der Schatzmeister dann aber doch, wie groß seine Verantwortung ist. "Ich hätte nicht gedacht, dass das Schützenfest rund 17.000 Euro kostet." Dabei ist der größte Posten mit 9.000 Euro die Gage für Bands und Musikkapellen, mit 4000 Euro schlägt die Bühnentechnik zu Buche und jeweils rund 1000 Euro sind für Sicherheitsmaßnahmen, Strom und Wasser und die Kutschen fällig. Einnahmen hat der Verein wiederum durch Anzeigen in der Festzeitschrift, Spenden, Sponsoren sowie Beiträge der Mitglieder und die Miete der Schausteller und Zeltwirtin.

Dass er für einen Schatzmeister ungewöhnlich jung ist, sieht Heinz selbstbewusst als einen Vorteil. "Die älteren Mitglieder haben zwar viel Erfahrung, aber wir Jungen wissen was den Nachwuchs anspricht und der ist ja sehr wichtig für den Verein." Und auch wenn er diesmal viel zu tun hat, freut sich Heinz sehr auf das Schützenfest. "Ich werde das nicht so feiern können, wie bisher, aber ich packe gerne an und habe Spaß daran, etwas mitzugestalten." Deshalb will Heinz auch am Ende seines ersten Amtsjahres überlegen, wie das Schützenwesen für den Nachwuchs attraktiver werden kann.

Bisher hat er den Festablauf immer einfach so hingenommen. Diesmal will er genau hinschauen, um Fehlerquellen zu erkennen. "Denn schließlich bin ich nun einer der ersten Ansprechpartner, wenn etwas schief läuft." Sein persönlicher Höhepunkt des Schützenfestes ist immer der Kirmessamstag. "Dann ist das Zelt und der Platz schön voll und es herrscht eine ganz tolle Atmosphäre. An diesem Tag trifft man alle Leute wieder, die man lange nicht gesehen hat."

Quelle: RP
 
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