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Düsseldorf
Schulausbau kostet 300 Millionen Euro

Düsseldorf: Schulausbau kostet 300 Millionen Euro
FOTO: Ferl
Düsseldorf. Bis zum Jahr 2020 muss die Stadt Platz für 6500 weitere Schüler schaffen. Viele Schulen müssen sich deshalb auf Veränderungen einstellen. Die Politik unterstützt das Ausbauprogramm in seltener Einmütigkeit. Von Arne Lieb

Um Platz für eine steigende Anzahl von Schülern zu schaffen, wird die Stadt in den kommenden Jahren massiv in den Ausbau von Grund- und weiterführenden Schulen investieren. Dem Vernehmen sollen allein in den Ausbau der Schullandschaft 300 Millionen Euro investiert werden - das größte schulpolitische Paket seit vielen Jahren. Zusätzlich will man 35 Millionen Euro pro Jahr für Sanierungen bereitstellen. Der Schulausschuss hat das jüngste der drei dazugehörigen Maßnahmen-Bündel mit einem einstimmigen Votum beschlossen - in der hart umkämpften Schulpolitik ein außergewöhnliches Ergebnis. Die Zustimmung des Stadtrats gilt als Formsache. Das sind die wichtigsten Fakten zum Thema:

Gründe Die Stadt rechnet bis zum Schuljahr 2020/21 mit mindestens 6500 zusätzlichen Schülern. Grund ist das Wachstum Düsseldorfs. Für diese Zahlen reichen die derzeitigen Kapazitäten nicht aus. Zudem hat die Politik auf den Elternwillen reagiert: Hauptschulen sind weniger nachgefragt als früher, dafür sind die Anmeldezahlen an Gymnasien und Gesamtschulen hoch. Es ist nicht ausgeschlossen, dass noch ein weiteres Maßnahmenpaket folgt, unter anderem wegen der vielen Flüchtlinge.

Ausbau Um mehr Plätze zu schaffen, soll eine Vielzahl von Schulen mehr Klassen pro Jahrgang einrichten, also die sogenannte Zügigkeit erhöhen (siehe Karte) - auch wenn viele Schulen darauf lieber verzichten würden. Die Stadt kündigt an, die notwendigen Bauarbeiten etwa für zusätzliche Unterrichtsräume schnell zu erledigen.

Schulformen Der Ausbau der Grundschulen ist politisch relativ unstrittig. Für Zündstoff sorgt aber immer wieder die Frage der Schulformen für die weiterführenden Schulen. So gibt es für Gesamtschulen seit Jahren deutlich mehr Anmeldungen als Plätze zur Verfügung stehen. SPD und Grüne hätten gern schon früher weitere Gesamtschulen geschaffen, die Mehrheit aus CDU und FDP hatte das vor der Kommunalwahl abgelehnt. Jetzt gibt es einen Kompromiss: In Flingern und Garath entstehen neue Gesamtschulen, dafür laufen die einzige Sekundarschule der Stadt und eine Hauptschule aus. Zugleich wird das Gymnasium gestärkt: Die Adolf-Reichwein-Hauptschule in Oberbilk wird zum Gymnasium, zudem wird das Büchner-Gymnasium in Golzheim um eine Unterstufe erweitert. Schuldezernent Burkhard Hintzsche geht davon aus, dass sich dadurch 2020 der Elternwille umsetzen lässt. "Es wird nicht jeder seine Wunschschule besuchen können, aber die richtige Schulform."

Bauvorhaben Mit der Neuorganisation der Schulen ist eine Vielzahl von Neu- und Umbauten verbunden. Lehrer und Schüler werden an einigen Standorten vorübergehend in Container umziehen müssen. "Das lässt sich nicht vermeiden", sagt Hintzsche. Allerdings würden die Container nicht so lange stehenbleiben wie etwa beim Umbau des Comenius-Gymnasiums. Zu den ambitioniertesten Bauprojekten gehört der Schulstandort Koetschaustraße, weil dort zum einen das Max-Planck-Gymnasium erweitert und zum anderem für die Realschule Golzheim ein Neubau samt Sporthalle errichtet werden soll.

Umsetzung Erste Arbeiten aus dem ersten Maßnahmen-Paket vom Frühjahr 2014 sind bereits abgeschlossen. Für andere liegt bislang nur die Grundsatzentscheidung der Politik vor. Hintzsche zeigt sich optimistisch, dass die Ausführung schneller erfolgen wird als in der Vergangenheit. Dafür sollen die neue städtische Schulbaufirma und eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe sorgen. Allerdings werde man nicht alle Arbeiten sofort angehen - Ziel ist die Fertigstellung 2020.

Finanzierung Eines der politisch heikelsten Themen ist die Frage, wie die Ampel-Kooperation aus SPD, Grünen und FDP die Investitionen finanzieren will. Das ist für die meisten Projekte noch unbekannt.

Quelle: RP
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