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Vorsitzende Elternschaft Düsseldorfer Schulen
"Schultoiletten müssen benutzbar sein“

Vorsitzende Elternschaft Düsseldorfer Schulen: "Schultoiletten müssen benutzbar sein“
Berit Zalbertus vor der Maxschule, in die ihre Tochter Hannah geht. Über den Nothilfe-Topf für Schulsanierungen in Höhe von 5,5 Millionen Euro sagt sie: „Es ist ein Anfang.“ FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. Die Vorsitzende der neu gegründeten Elternschaft Düsseldorfer Schulen wirbt um weitere Mitglieder. Schwerpunktthemen der Initiative sind der Sanierungsstau, die Inklusion und der Offene Ganztag.

Frau Zalbertus, als Vorsitzende führen sie die neu gegründete Elternschaft Düsseldorfer Schulen (EDS), eine Stadt-Schulpflegschaft. Wie viele der insgesamt 160 Düsseldorfer Schulen repräsentieren Sie?

Zalbertus Wir haben 69 Mitglieder. Jede Schule, die mitmachen wollte, konnte einen Vertreter in die Gründungsversammlung entsenden. Entweder den Pflegschaftsvorsitzenden, seinen Stellvertreter oder einen Delegierten. Derzeit dominieren bei uns noch die Gymnasien und die Grundschulen. Wir sind aber zuversichtlich, schon bald mehr Real-, Gesamt- und Hauptschulen sowie Berufskollegs einbinden zu können.

Über Monate beherrschte das Thema Sanierungsstau die Schlagzeilen. An der Spitze des Protests standen zahlreiche Schulleiter, darunter die Sprecher der einzelnen Schulformen. Eltern griffen das Thema auf, demonstrierten vor dem Rathaus. Am Ende stellte der Rat als Nothilfe-Topf 5,5 Millionen Euro "on top" für dringende Arbeiten bereit. Reicht das?

Zalbertus Für die dringendsten Arbeiten vielleicht. Die Situation in Düsseldorf ist uneinheitlich. Es gibt gut hergerichtete Schulen mit ordentlichen Sanitäranlagen und modernen Fachräumen. Auf der anderen Seite stehen Gebäude, die in Teilen eine Zumutung für Kinder und Jugendliche sind. Es kann nicht sein, dass in der wohlhabenden Landeshauptstadt Kinder die Beine zusammenkneifen, weil sie Angst haben, auf die Toilette zu gehen.

Eigentlich sollen im Masterplan Schulen stets 30 Millionen Euro pro Jahr bereit stehen. Für 2013 waren es zunächst nur 24,5 Millionen Euro. Die 5,5 Millionen stellen also nur die ursprünglich geplante Größenordnung wieder her. Reicht das?

Zalbertus Es ist ein guter Anfang. Wir freuen uns, dass etwas passiert und dass die Mittel aus dem Nothilfe-Topf rasch abrufbar sind. Wir gehen davon aus, dass den Schulen auch künftig mindestens die 30 Millionen Euro pro Jahr aus dem Masterplan zur Verfügung stehen.

Wie wollen Sie die Düsseldorfer Schulpolitik in den kommenden Monaten beeinflussen?

Zalbertus Wir gründen derzeit vier Arbeitsgruppen. Sie befassen sich mit den Themen Inklusion, Neue Medien, Offener Ganztag und Schule 3.0.

Schule 3.0 klingt peppig. Aber was meinen Sie damit?

Zalbertus Es wird unter anderem um Klassengrößen, das Thema G8 und G 9, also die Laufzeit des Gymnasiums, sowie um alternative Lehrmethoden gehen.

Wo drückt denn der Schuh besonders heftig?

Zalbertus Wir fürchten in Düsseldorf einen zu schleppenden Ausbau des Offenen Ganztags (OGS). Um nicht missverstanden zu werden: Ich bin dafür, dass jede Familie ihr Erziehungs- und Betreuungsmodell selbst wählt und halte auch das arg in die Defensive geratene Hausfrauen-Modell für legitim. Aber für diejenigen, die es anders entscheiden, muss es Optionen geben. Das ist im Offenen Ganztag nichts anders als bei den Kitas. Zudem möchte ich darüber reden, ob es neben dem Turbo-Abitur nicht auch neunjährige Gymnasien geben kann. Für manche Kinder wäre das besser.

Was motiviert Sie, die EDS zu führen?

Zalbertus Ich bin Unternehmerin, bewege gerne Dinge. Ich halte viel von religiös verankerten Werten und möchte der Gesellschaft über ein ehrenamtliches Engagement etwas zurückgeben. Außerdem besucht meine Tochter Hannah die Maxschule an der Citadellstraße. Ich bin also nah dran am Thema.

Jörg Janssen führte das Gespräch

(EW/top)
 
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