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Düsseldorf
Seelsorge für Menschen in Seniorenheimen

Düsseldorf. Gisela Beckmann ist für die seelsorgerische Qualifizierung von Altenheim-Mitarbeitern zuständig. Die Arbeit bereitet ihr viel Freude. Von Julia Brabeck

Seit zwei Jahren ist Gisela Beckmann für das Erzbistum Köln als Regionalbeauftrage in der Altenheimseelsorge im Stadtdekanat Düsseldorf und Kreisdekanat Rhein-Kreis Neuss tätig. Hinter dieser sperrigen Bezeichnung verbirgt sich eine sehr praxisorientierte Tätigkeit, denn die Gemeindereferentin ist viel in ihrem Bereich unterwegs und meistens ganz nah bei den Menschen. Dabei gehört es weniger zu ihren Aufgaben, sich selbst um die Bewohner der Altenheime zu kümmern: Gisela Beckmann ist für die hauptamtlich und ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter in den unterschiedlichen Seniorenheimen zuständig. "Ich bin dabei auch in nichtkonfessionellen Einrichtungen tätig. Da machen wir keinen Unterschied", sagt Beckmann.

Sechs Jahre lang war ihre Stelle unbesetzt gewesen. "Die Grundstrukturen standen fest, aber ich muss sie nun selbst mit Inhalten füllen", erklärt sie. "Hilfreich ist es dabei, dass ich über meine zehn Jahre lange Tätigkeit als Gemeindereferentin in Düsseldorf ein gutes Netzwerk aufbauen konnte." Um ihre Arbeit bekannt zu machen, hat sie sich erst einmal in vielen Gremien und Einrichtungen persönlich vorgestellt. "Ich biete meine Hilfe an, kann aber auch bei Bedarf angefordert werden."

Zu den Hauptaufgaben der Regionalbeauftragten gehört es, die Mitarbeiter in den Altenheimen seelsorgerisch zu schulen und zu beraten. "Ich biete beispielsweise Fortbildungen zum Thema Gebet, Sterbebegleitung und Gottesdienstgestaltung für an Demenz Erkrankte an." Zudem berät sie unter anderem Pfarrgemeinderäte dazu, wie sie die Altenheime in das Gemeindeleben einbeziehen können, und sie bildet Ehrenamtliche zu Begleitern in der Seelsorge aus. Mit ihnen führt sie dann einmal im Jahr ein Perspektivgespräch, um zu erfahren, wie ihre Arbeit funktioniert - und ob beispielsweise Fortbildungen oder spezielle Hilfen gewünscht werden.

Immer wieder wird Gisela Beckmann aber auch von Mitarbeitern um ein Einzelgespräch gebeten. "Da geht es dann um ganz verschiedene, teilweise persönliche Dinge, wie Arbeitsüberlastung, Glaubensfragen, aber auch um Informationen, wo man beispielsweise passende Gebete findet oder eine Fortbildung beantragen kann."

Der 60-Jährigen macht ihre Arbeit viel Freude. "Sie ist sehr vielseitig und ich komme mit sehr verschiedenen Menschen zusammen, die sich im hohen Maße für andere einsetzen. Oft arbeiten diese weit über das Limit hinaus und wollen, dass ihre Arbeit den alten Menschen guttut." Gisela Beckmann würde es sich deshalb wünschen, dass die Situation der Pflegenden sehr schnell durch die Politik verbessert wird. "Die körperlichen und seelischen Belastungen sind enorm, der Krankenstand deshalb hoch."

Quelle: RP
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